Ein Urlaub am Rande des Abgrunds – Teil 1

Nachdem wir bereits zweieinhalb Monate von unserer Weltreise zurück waren, dachten wir, es sei an der Zeit, mal wieder länger radeln zu gehen. Da ich mittlerweile neun Stunden die Woche arbeite und das Unternehmen im August drei Wochen Betriebsferien machte, war August zwar kein idealer Zeitpunkt für uns, da dann halb Europa im Urlaub ist, aber wir hatten ja keine Wahl. Also ging’s am 2. August los.

1. Tag – 80km bis Tuttlingen: Eigentlich wollten wir früh starten, immerhin hatten wir fast alles am Abend zuvor gepackt. Aber wie immer am ersten Tag, kamen wir erst um 11 Uhr los. Unser grober Plan war in Richtung Süden zu radeln, durch die Schweiz und über die französischen Meeralpen nach Südfrankreich und danach an die Riviera nach Italien. Aber wie immer kam alles anders…

An diesem Tag fing es bereits nach 8km an zu regnen. Zum Glück machten wir gerade Essenseinkäufe und als wir wieder aus dem Supermarkt rauskamen, war der schlimmste Regen vorbei. Einen Großteil der Strecke radelten wir am Neckar entlang, meist auf kleinen Radwegen durch Wälder, Felder und Wiesen. Die Landschaft war super schön. An diesem Tag schafften wir es bis Tuttlingen an der Donau und zelteten auf einem kleinen Zeltplatz, der ausschließlich Radfahrern vorbehalten war. An diesem Abend waren hier fast ausschließlich Franzosen, die wohl auf dem weitbekannten Donauradweg tourten. Dieser Radweg scheint sehr beliebt zu sein, zumindest was die Anzahl unfitter Radfahrer jeden Alters angeht. An diesem Abend schafften wir es gerade rechtzeitig ins Bett, bevor der große Regen anfing!

DSCF1803

DSCF1806

Old town of Rottweil

Altstadt Rottweil

2. Tag – 65km bis Kreuzlingen (CH): Erst um 7:30h hörte es auf zu regnen und wir packten so schnell wir konnten. Trotzdem kamen wir erst um 9:45h los, ein ausgiebiges Frühstück ist uns zu wichtig! Die Strecke war landschaftlich super schön, vor allem, nachdem wir den ca. 3km langen und sehr steilen Berg erklommen hatten. Von dort oben konnten wir einen ersten Blick auf den Bodensee erhaschen, der von sanften Hügeln umgeben und mit Nebelschwaden überzogen in der Ferne lag. Ab da ging’s dann sehr lange nur bergab durch romantische Täler und immer wieder mit Blick auf den Bodensee. Mittags war es wieder schön und wir trockneten unser Zelt auf einem Spielplatz in der Sonne, schwammen im Bodensee, aßen Eis in Konstanz im Regen und stellten schließlich unser Zelt bei strömendem Regen auf einem sauteuren und total überfüllten Campingplatz in der Schweiz auf. Wenigstens gab es dort überdachte Kochstellen.

DSCF1811

DSCF1815

The far too busy campsite

Auf dem überfüllten Campingplatz

3. Tag – 67km nach Kriessern am Rhein: Herrliches Sonnenwetter am nächsten Morgen und Radeln entlang des Südufers vom Bodensee. Millionen andere Radler hatten dieselbe Idee. Trotzdem genossen wir das schöne Wetter, die tolle Landschaft mit dem See zur Linken und schneebedeckten Berggipfeln zu unserer Rechten. Das Radeln war den ganzen Tag ein Spaziergang. Als wir abends auf einem Campingplatz eincheckten und nach dem Preis fragten, wurde dieser uns mit 22CHF benannt. Das ist aber billig, dachten wir so bei uns, bis es dann ans Bezahlen ging. Das Zelt kostete nämlich nochmals 8 CHF extra. Verärgert sparten wir uns den zusätzlichen Franken für eine warme Dusche und duschten eiskalt, es war sowieso noch sehr warm. Nach dem Abendessen regnete es dann wieder!

Scenic lunch break

Idyllische Mittagspause

Easy Rhine cycling

Leichte Spazierfahrt entlang des Rheins

4. Tag – 81km nach Weesen: Starker Regen am Morgen, also warteten wir, bis das Schlimmste vorbei war. Es ging zunächst wieder am Rhein entlang und gegen Mittag schien die Sonne wieder, der Himmel riss auf, das Gras sah jetzt noch grüner aus und die Landschaft mit den bizarren Wolken noch schöner. Am Walensee mussten wir einen kurzen aber sehr steilen Berg erklimmen, Johan stritt sich mit einem Mopedfahrer, der auf einem kleinen Weg partout nicht auf die Seite fahren wollte. Amüsiert verfolgte ich das Treiben vor mir mit Johan, der klingelte und schrie und immer wütender wurde und einem anscheinend tauben Mopedfahrer. Wir zelteten am anderen Ende des Sees auf einem kleinen Waldcampingplatz, wo es vor Moskitos nur so wimmelte. Heute fing der Regen erst gegen Mitternacht an. Gut, dass unsere Wäsche noch draußen hing. Wir hätten es mittlerweile eigentlich besser wissen müssen!

More Rhine cycling

Noch mehr Rheinradeln

Beautiful sky

Tolle Wolkenformationen

A picturesque village

Ein schönes Schweizer Dorf

DSCF1838

At the Walensee

Am Walensee

DSCF1843

DSCF1846

Switzerland at its best

Die Schweiz von ihrer besten Seite

5. Tag – 88km nach Flüelen: Die ganze Nacht Regen, am Morgen Sonnenschein, was will man mehr. Da wir heute den Klausenpass überqueren wollten, packten wir alles nass ein und fuhren kurz nach 8 Uhr los. 34km ging es erst Mal auf Radwegen durch ein immer enger werdendes Tal aufwärts. Ein Paar Schäfchenwolken hingen zwischen den Bergen, der Tag war perfekt für einen langen Anstieg. Die Luft war klar und frisch, alles was wir hörten waren Kuhglocken, Motorradfahrer in der Ferne und ab und zu einen bellenden Hund. Als es dann ans richtige Bergauffahren ging, mussten wir auf die Hauptstraße wechseln. Der Verkehr war aber erträglich bis auf ein Paar Motorradfahrer, die es lustig fanden uns mit 100km/h und nur wenigen Zentimetern Abstand zu überholen. Nach ungefähr zwei Stunden und 13km erreichten wir ein Plateau, eine willkommene Ruhepause für unsere Beine auf mehr als 1,000m Seehöhe. Die letzten 8km waren dann supersteil und ich konnte kaum schneller als 5 km/h fahren. An manchen Stellen war die Strecke etwas furchteinflößend, zur Rechten ging es Hunderte von Metern steil nach unten. Nur ein sehr niedriges Geländer trennten Rudi, das Rad, vom Abgrund. Je höher wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter und als wir endlich glücklich auf 1.952m Höhe angekommen waren, standen wir komplett in den Wolken. Jetzt freuten wir uns auf eine lange Abfahrt, die sich als Ente erwies, da wir noch zweimal bergauf fahren mussten. Als wir dann endlich ankamen, gönnten wir uns einen riesigen Döner, stellten unser Zelt am Vierwaldstätter See auf und gingen erschöpft ins Bett.

The beginning of the valley

Am Anfang des Tales

DSCF1852

DSCF1855

Here is where the real pain began

Kurz vor dem richtigen Anstieg

The plateau

Das Plateau

DSCF1887

Still way to go...

Noch immer nicht oben…

DSCF1891

Hooray, we made it!

Hurra, geschafft!

Cold downhill

Kalte Abfahrt

DSCF1916

The Vierwaldstätter See

Der Vierwaldstätter See

6. – 53km nach Giswil: Obwohl das Wetter schön war, gingen wir den Tag langsam an, der Pass war noch deutlich in unseren Beinen zu spüren. Wir fuhren zunächst für ca. 10km auf einem Radweg am See entlang. Hier gab es sogar Radtunnels, die einzigen Tunnels, die wir mögen, bis wir ein Schild erreichten, das uns vor den folgenden Kilometern warnte, da der Radweg nun aufhörte. Da sehr viel Verkehr war nahmen wir den Zug ins nächste Dorf und radelten dann weiter zur Fähre über den See. Leider kamen wir 10 Minuten zu spät an und durften eineinhalb Stunden auf die nächste Fähre warten. Das Wetter war perfekt und wir genossen eine ausgedehnte Mittagspause. Als wir endlich auf der anderen Seite des Sees ankamen, wurde das Wetter wieder schlechter und bald radelten wir wieder im Regen. Innerhalb kürzester Zeit schüttete es wie aus Kübeln und auf dem Campingplatz entschieden wir uns für ein kleines Zimmer anstelle zu zelten. Das war allerdings eine schlechte Entscheidung, da es kurz darauf aufhörte zu regnen und es die ganze Nacht trocken blieb. Grrrrrrr!

P1220202

Waiting for the ferry

Wir warten auf die Fähre

Another picturesque village

Ein weiteres schönes Dorf

7. Tag – 82km nach Gwatt: Super schlecht geschlafen, unsere Nachbarin war von Albträumen geplagt und schrie mitten in der Nacht. Landschaftlich war die heutige Route sehr reizvoll, allerdings mussten wir sehr viele sehr steile Berge überwinden. Es begann mit einem 12%-Berg für ganze 2km und ging weiter mit vielen einfacheren Steigungen. Dann kam der Brünigpass, der leider viel zu stark befahren war, es fuhren Bus an Bus an Auto an uns vorbei, einfach nur gruselig. Wir waren froh, als wir endlich oben waren und entschieden uns für einen Umweg, um den Verkehr zu umgehen. Was wir nicht wirklich verstanden, war, dass der nationale Radweg über diesen Pass führt, wir fanden ihn viel zu gefährlich, da es weder Randstreifen noch ausreichend Platz für Radler und die vielen Autos, LKWs und Busse gab.

Heute passierten wir viele Hotels die ‘Free accommodation’ anboten. Sie meinten natürlich ‘Zimmer frei’, haben aber ‘Kostenlose Zimmer’ angeboten. Wir widerstanden der Versuchung, das Angebot anzunehmen, da wir doch lieber zelteten. Die Schweizer haben auch für uns Deutsche sehr lustig klingende Namen: Da gibt es die Fußpflege Zwicky, Märchy, Stöckli Metall AG, Garage Wursteisen, Tschudi Holz AG, um nur einige zu nennen. Eigentlich ist Schweizerdeutsch garnicht so schwer, man muss einfach ein ‘li’ an die Hauptwörter hängen und schon spricht man Schwizerdütsch. Na ja, ein Paar mehr Unterschiede gibt es schon, ich finde jedenfalls, dass die Sprache sehr schön klingt.

Auf unserer Route kamen wir auch durch Interlaken, das zwischen zwei Seen liegt und einen fantastischen Blick auf die Jungfrau bietet. Leider ist das weithin bekannt und die Stadt war voll mit Touristen aus der ganzen Welt, vor allem aus dem Nahen Osten und Asien. Daher radelten wir ein bisschen schneller durch die wunderschöne Stadt und bewunderten die Jungfrau in Wolken. Wir zelteten auf dem bisher teuersten und leider auch sehr schäbigen Campingplatz und als es Bettzeit war zog ein schweres Gewitter auf und Sturm und Regen tobten die ganze Nacht. Jetzt war es Zeit zu entscheiden, was wir bei diesem Regenwetter machen sollten!

Another sunny morning

Sonne am Morgen

Steep hills

Steile Berge

Beautiful scenery

Bezaubernde Landschaften

Wooden houses with yummy tomatoes

Holzhäuser und leckere Tomaten

More picturesque villages

Noch bezauberndere Dörfer

Glaciers

Gletscher

Fantastic downhills

Unglaubliche Abfahrten

Tourists

Touristen

Vomiting cyclists

Warnung vor kotzenden Radlern

Dangerous rail tracks

Warnung vor gefährlichen Gleisen

Another lake

Und noch ein See

Another lovely village

Und noch ein Dorf

And another overpriced campsite

Und noch ein überteuerter Campingplatz

24

Diese Blog widmet sich all denjenigen, die wissen wollen, wie so ein Tag auf den Rädern eigentlich aussieht oder denjenigen, die sich noch immer wundern, was wir so den lieben langen Tag gemacht haben und nicht zuletzt denjenigen, die dachten, wir seien auf einer nicht enden wollenden Urlaubsreise (mit augenzwinkernden Grüßen an meinen Vater).

6.30h (4.30h in Asien) – Der Wecker klingelt. Ich stelle mich weiterhin schlafend, Johan wird direkt unruhig.

6.35h – Johan: “Es ist fast viertel vor sieben. Wir müssen aufstehen.” Ich stelle mich weiterhin schlafend und tue so, als ob ich nichts höre.

6.40h – Johan: “Jetzt müssen wir uns aber beeilen.” Ich (denkend): ’Warum bitteschön müssen wir uns beeilen? Haben wir einen Zug oder eine Fähre gebucht?’ “Wir müssen die ersten in der Küche sein, dann haben wir mehr Platz.”  Aha, daher weht der Wind, das ist beinahe wie Pauschalurlaub und Sonnenstühle mit Handtüchern belegen.

6.45h – “Ich bin noch so müde und draußen ist es so kalt, können wir nicht noch ein bisschen liegen bleiben?” “Wir haben den Wecker nicht umsonst gestellt, da müssen wir jetzt durch. STEH JETZT AUF!”

6.47h – “Welche Sprache sprechen wir heute?” “Deutsch.” “SCHON WIEDER?!? Wir haben schon die letzten drei Tage deutsch gesprochen, heute ist unser holländischer Tag!” “Wenn Du es genau weißt, warum fragst Du dann.” Was ziehst Du an?” Ein kurzer Geruchstest und das gestrige T-Shirt wird noch für tragbar gefunden. “Dasselbe wie gestern und neue Radhosen. Du?” “Ja, so mache ich das auch.” Damit wäre dieser Gesprächspunkt auch abgehakt.

6.50h: Jetzt ziehen wir uns endlich an, lassen die Luft aus unseren Kissen und Luftmatratzen raus, stopfen die Schlafsäcke, Bücher, Stirnlampen und Schlafanzüge in die Taschen, falten und packen die Matratzen, falten und packen unsere Klamotten. Wenn das Zelt trocken ist, wird das als nächstes gepackt, wenn nicht,  machen wir das kurz vor Aufbruch.

7.15h: Zeit zum Waschen.

7.20h: Johan macht den Benzinkocher an und kocht Tee, gleich danach gibt es Porridge. Oft regen wir uns über unsere Nachbarn auf, die komische und für unseren Geschmack schlecht riechende Dinge frühmorgens kochen oder darüber, dass andere mal wieder alles liegen lassen und wir deren Dreck aufräumen müssen.

7.45h – Wir genießen ein leckeres Porridge mit getrockneten und frischen Früchten, Zimt und Walnüssen. Lecker! Für Johan ist das noch nicht genug und er zwitschert sich meist noch vier Scheiben Brot mit Erdnussbutter, Honig, Marmelade oder Nutella rein.

8h – Jetzt noch schnell einen Kaffee, die Route für den Tag besprechen, Butterbrote für’s Mittagessen vorbereiten, abwaschen und den Rest einpacken. (In Asien konnten wir auf die Mittagessensvorbereitungen verzichten, da es in jedem kleinen Dorf etwas zu essen gab).

8.30h – Zähne putzen und die Räder packen; mittlerweile sind alle auf den Campingplätzen wach und stellen uns allerlei Fragen, wo wir doch eigentlich nur losfahren möchten.

9.15h – Endlich sitzen wir auf den Rädern. Oft haben wir mehr als zwei Stunden gebraucht, um fertig zu werden, und das selbst ohne Trödeln.

9.30h – “Oh kuck mal, da ist eine Cafebar. Und es gibt Lavazza Kaffee! Sollen wir einen Cappuccino trinken?” “Klar! Und leckere Muffins gibt’s auch noch, was will man mehr?”

10h – Jetzt geht’s aber wirklich los. Berge hoch, Berge runter, mit dem Wind, gegen den Wind, im Regen, bei strahlendem Sonnenschein, in glühender Hitze, je nachdem, was Petrus so zu bieten hat. Meist sind wir so zwischen 80 und 100km am Tag gefahren. Unser Gesamtdurchschnitt liegt bei 75km und unsere längste Strecke war 147km lang.

Kurze Stopps für Fotos, Besichtigungen, Toilettengänge, Trinkpausen und was auch immer werden eingelegt.

12h: Ich halte an, nehme meinen Helm ab und erkläre: “Ich habe Hunger, können wir was essen? Ich bin schon ganz zittrig!” “Jetzt schon? Wir haben doch eben erst einen Muffin gegessen. Lass uns noch ein bisschen weiterfahren, in 5km kommt ein Dorf. Geht das noch?” So oder so ähnlich verliefen unsere Essensgespräche. Mal war ich hungrig, mal Johan und in den seltensten Fällen gleichzeitig.

12.10h: Mittagessen! Belegte Brote mit Käse und Salami, manchmal auch Gemüse. Das Brot schmeckt wie Pappe und Plastikkäse und -salami hängen uns bereits nach zwei Wochen aus den Hälsen raus. In Asien haben wir uns danach gesehnt und jetzt vermissen wir wirklich die asiatische Küche.

12.30h – Wieder auf den Rädern. Bei selbst gemachten und vorbereiteten Butterbroten fällt die Mittagspause immer sehr kurz aus.

Kurze Stopps für Fotos, Besichtigungen, Toilettengänge, Trinkpausen und was auch immer werden eingelegt.

16h – Zeit für eine Imbiss zwischendurch: eine Banane, Kekse, Kuchen oder Energieriegel, was auch immer der Koch bereit hält.

16.10h – Und wir radeln wieder.

Kurze Stopps für Fotos, Besichtigungen, Toilettengänge, Trinkpausen und was auch immer werden eingelegt.

Ab 17h  – Wir kommen irgendwo an und finden hoffentlich einen Laden oder Supermarkt, damit wir unser Abendessen, Frühstück und Mittagessen einkaufen können (und das nachdem wir lange diskutieren, was wir abends denn essen wollen, hier schieden sich manchmal die Geister). Auch das war wieder einfacher in Asien, in den seltensten Fällen wird selbst gekocht und Essgelegenheiten stehen zur Genüge zur Verfügung.

17.45h – Wir kommen auf unserem Campingplatz an (In Asien im Hotel). Es dauert ungefähr zehn Minuten, bis wir uns endlich einig sind, wie das Zelt denn nun stehen soll, irgendwie haben wir ein unterschiedliches Augenmaß. Wir haben auch immer versucht, ein Plätzchen mit Morgensonne zu finden, was uns regelmäßig missglückt ist. Meist war unser Zelt das letzte, das in der Sonne stand. Nachdem das dann alles abgeklärt war, hat Johan meist das Zelt aufgebaut und ich die Wäsche gewaschen, in der Hoffnung, diese bis zum Morgen trocken zu kriegen.

18.15h – Gemeinsam werden die Matratzen und Kissen aufgepumpt, Schlafsäcke, Schlafanzüge und Bücher ausgepackt sowie das Zelt gemütlich eingerichtet.

18.30h – Jetzt wird gekocht und ein leckeres und meist auch gesundes Essen genossen. Wir lassen den Tag Revue passieren. In Asien waren wir um diese Zeit meist schon gewaschen und hatten die Qual der Essenswahl auf den Nachtmärkten.

19.30h – Abwaschen, einpacken und zurück am Zelt müssen wir leider feststellen, dass wir schon wieder von zahlreichen Campingbussen mit Gleittüren umgeben sind.

20h – Endlich duschen, mit heißem Wasser auf offiziellen Campingplätzen und mit kaltem Wasser überall sonst.

20.30h – Unsere Tagebücher werden aktualisiert und manchmal sogar der Blog.

21h- Schlafenszeit. Die noch nasse Wäsche wird im Zelt aufgehängt und kurze Zeit später liegen wir gemütlich in unseren Schlafsäcken mit unserer Leselampe um den Kopf und den Büchern in den Händen. “Was für ein Tag heute.” “Ja, was für ein Tag.” Unsere Nachbarn, die mal wieder nicht realisieren, dass wir alles hören können, haben noch viele Stunden ihren Spaß und lachen und schreien und am Schlimmsten: öffnen und schließen Autotüren. Auf und zu und auf und zu und auf…..

21.05h – Neben mir höre ich, wie Johans Buch auf seine Brust fällt. Heute hat er doch eine ganze Seite geschafft, bevor er eingeschlafen ist. Ich mache sein Licht aus und lege das Buch zur Seite. “Ich habe schon geschlafen, Du hast mich aufgeweckt!” “Ach, wirklich?” “Gute Nacht.” “Gute Nacht”.

21.15h – Auf und zu und auf und zu und auf und zu und…

21.30h – Auch mir fallen die Augen zu. Licht aus, Buch weg und noch tiefer in den Schlafsack reingekrochen schlafe ich ein.

1h – Auf und zu und auf und zu und auf und zu…..

3h – Sch… Ich habe zu viel Tee getrunken, ich muss raus. Reißverschluss Innenzelt auf, Reißverschluss Außenzelt auf und spätestens jetzt ist auch Johan wieder wach. Meist ist das Außenzelt von der Kondensation bereits komplett nass und wir kommen nicht trocken raus. “Du kannst die Tür offen lassen, ich muss auch raus”, verlautet Johan schlaftrunken von nebenan.

3.05h – Beide wieder zurück im Zelt nachdem sich die Strecke zur Toilette ewig lang anfühlte.

5h – Auf und zu und auf und zu und auf und zu und ….

6.30h – Der Wecker klingelt. Ein neuer Tag auf den Rädern beginnt.

Unsere Ruhestätten:

Campsite in Austria

Campingplatz in Österreich

Stealth camping in Turkey

Wild zelten in der Türkei

Freedom camping in New Zealand

Wild zelten in Neuseeland

Staying at a school in India

Übernachtung in einer Schule in Indien

Campfire in the Indian desert

Lagerfeuer in der indischen Wüste

Preparing breakfast in the middle of nowhere

Frühstück irgendwo im Nirgendwo

Preparing breakfast at the hotel

Frühstücksvorbereitungen in einem Hotelzimmer

Unterwegs: 

Seeking shelter from the rain

Schutz vor dem Regen

Coffee on the go

Kaffeepause

Money, money, money....

Geld regiert die Welt

Where can we refill our water bottles?

Ständig auf der Suche nach Trinkwasser

Another puncture

Mal wieder einen Platten repariert

Wishing for a puncture instead of sticky clay mud

Lieber hätten wir einen Platten repariert als die Räder vom klebrigen Dreck befreit

Lunch break

Mittagspause

Wieder angekommen:

The daily struggle with the mattress

Der tägliche Kampf mit der Matratze

Enjoying a 'cuppa' after dinner

Wärmender Tee nach dem Abendessen

Cooking dinner

Abendessen kochen

Handy laundry rack

Fahrräder eignen sich auch hervorragend zum Wäsche trocknen

Too cold and humid to leave the laundry outside

Zu kalt und feucht, um die Wäsche draußen zu trocknen

Our 'neatly' organized tent

Unser super organisiertes Zelt

Finally getting some rest

Endlich Ruhen

 

24

This post is dedicated to all those who are interested in how a typical day on the bikes looks like or to those who wondered what we’ve been doing all day long and last to those who thought we’ve been on a never-ending vacation.

6.30am (4.30am in Asia) – The alarm goes off. I pretend being still fast asleep, Johan starts stirring.

6.35am – Johan: “It is almost a quarter to seven, we have to get up”. I am ignoring this, still pretending to sleep.

6.40am – Johan: “We have to hurry now”. Me (thinking): ’Why the heck do we have to hurry, did we book a train? A ferry?’ “We need to be the first ones in the kitchen so we have more space.” Ah, that explains.

6.45am – “I am still so tired and it is so cold outside, can’t we sleep a bit longer?” “We set an alarm and what is the point of setting an alarm if we lay in? GET UP NOW!”

6.47am – “What language do we speak today?” “German.” “AGAIN? We’ve been talking German for the past three days, it’s Dutch today!” “So if you know, why do you ask?” “What are you wearing today?” After quickly smelling at my T-shirt: “Same shirt as yesterday, new shorts, you?” “Yeah, same, same.”

6.50am: We are finally getting dressed into our cycling gear, mattresses and pillows are getting deflated, sleeping bags propped into the front panniers together with pyjamas, head lights and books, mattresses folded and packed, clothes packed. If the tent is dry it will get packed as well, otherwise that’s the last task before leaving.

7.15am: Short trip to the bathroom.

7.20am: Get the kettle going for a good cuppa and the porridge cooking. Getting annoyed for the first time about people cooking smelly food and about cleaning up other people’s mess.

7.45am – Enjoying porridge with dried and fresh fruit, topped with cinnamon and walnuts. First treat of the day. Yum! On top of this huge porridge Johan is eating four slices of bread with peanut butter, honey, jam and/or Nutella.

8am – Preparing and drinking a cup of coffee, discussing today’s route, preparing our lunch for the day, cleaning the dishes and packing the kitchen panniers. (In Asia we only cooked our breakfast ourselves, all other food was much better and cheaper bought at street stalls or small street restaurants).

8.30am – Brushing teeth and packing the bikes; this is usually also the time when people start talking to us and asking all kinds of questions.

9.15am – We’re leaving, finally. Sometimes it took us more than two hours to get ready, believe it or not.

9.30am – “Did you see this nice little coffee shop at the corner? They are selling Lavazza coffee! Shall we have a cappuccino?” “Great!” “Oh, and look at these nice muffins, I think we deserve this, we have a long day ahead.”

10am – Now the work begins. Up the hills, down the hills, against the wind, with the wind, in the rain or in the sun, whatever Petrus has on offer for us that day. Short stops for pictures, sightseeing, asking for directions, natural breaks, whatever. On normal days (meaning if we weren’t climbing a pass or cycling on unsealed roads all day long) we usually cycled between 80 and 100km, our overall average was 75km per cycling day. Our longest distance was 147km.

12pm: I stop, take off my helmet and say: “I am hungry, we have to eat now, I am already trembling!” “Already? We just had a muffin! Let’s go a bit further and look for a nice spot for lunch. There is a village 5 km from here. Do you still manage?” We somehow were rarely hungry at the same time.

12.10pm: Lunch! Sandwiches with cheese and salami. Again! This cardboard bread, plastic cheese and salami is almost coming out of our ears as the German and Dutch would say. Back in Asia we were yearning for sandwiches but after two weeks back to the Western world we really missed Asian food.

12.30pm – We’re cycling again. The downside of an already prepared lunch is that we don’t rest enough.

Short stops for pictures, sightseeing, asking for directions, natural breaks, whatever.

4pm – Time for a snack, a banana or cookies or an energy bar, whatever the cook has on offer.

4.10pm – Cycling again.

Short stops for pictures, sightseeing, asking for directions, natural breaks, whatever.

5pm – Arrived somewhere with hopefully a store or even better a supermarket. Grocery shopping for dinner, breakfast and lunch after a long discussion what we’ll have for dinner. So much easier in Asia – there is something to eat in the smallest village as people usually eat out and don’t cook at home.

5.45pm – Arrived at a campsite (guesthouse in Asia). It takes about 10 minutes to find a good spot to pitch the tent and includes a huge discussion about the tent’s position as we both seem to have different views about where the holes are and where the ground is higher. We were also trying to find a spot with sun in the morning to get the tent dry as quickly as possible and almost always managed to be the last spot at the whole campsite with sun. Johan finally starts putting up the tent, I am washing our dirty clothes hoping they’ll dry until the next morning.

6.15pm – Inflating mattresses and pillows, unpacking sleeping bags, pyjamas and books.

6.30pm – Finally cooking our dinner and enjoying a mostly good and often healthy meal, discussing the events of the day. In Asia we were already showered at this time and ready to choose dinner from the many stalls at the night markets.

7.30pm – Cleaning the dishes, packing the kitchen panniers, returning to the tent to discover that we are by now surrounded by 10 campers with sliding doors (an important detail, to be explained further down).

8pm – Shower time, with hot water at an official campsite, with cold water at all other free campsites.

8.30pm – Updating our diaries.

9pm – Bedtime. Hanging the still wet laundry inside the tent. Eventually we’re both nicely tucked up in our sleeping bags, with reading lights on and books in our hands. “What a nice day today!” “Yeah, what a great day once more.” Our neighbours, not realizing that we can hear everything, continue laughing and talking and yelling and worst of all – opening and closing the sliding doors of their cars. Open and close and open and close and open and close….

9.05pm – The book next to me is falling on Johan’s chest. Today he read one full page before he fell asleep. I am switching off his light, he puts his book aside. “I already slept, you woke me up!”. ‘Oh really?’ “Sleep well.” “Sleep well”.

9.15pm – Open and close, open and close, open and close…..

9.30pm – I am falling asleep as well. Lights off, book away, crawling even deeper into my cosy sleeping bag and gone I am.

1am – Open and close, open and close, open and close….

3am – Sh… Had too much tea in the evening, out for a pee. Inner tent zipper open, fly sheet zipper open, which is completely wet from condensation by then and of course waking up Johan. “Leave your door open, I have to pee as well”.

3.05am – Back in the tent after what felt like a kilometer’s walk to the toilet and back.

5am – Open and close and open and close and open….

6.30am – The alarm goes off. Another day begins.

Our rest/tent sites:

Campsite in Austria

Campsite in Austria

Stealth camping in Turkey

Stealth camping in Turkey

Freedom camping in New Zealand

Freedom camping in New Zealand

Staying at a school in India

Staying at a school in India

Campfire in the Indian desert

Campfire in the Indian desert

Preparing breakfast in the middle of nowhere

Preparing breakfast in the middle of nowhere

Preparing breakfast at the hotel

Preparing breakfast at the hotel

On the road: 

Seeking shelter from the rain

Seeking shelter from the rain

Coffee on the go

Coffee on the go

Money, money, money....

Money, money, money….

Where can we refill our water bottles?

Where can we refill our water bottles?

Another puncture

Another puncture to be fixed on the way

Wishing for a puncture instead of sticky clay mud

Wishing for a puncture instead of sticky clay mud

Lunch break

Lunch break

Arrived somewhere:

The daily struggle with the mattress

The daily struggle with the mattress

Enjoying a 'cuppa' after dinner

Enjoying a ‘cuppa’ after dinner

Cooking dinner

Cooking dinner

Handy laundry rack

Handy laundry rack

Too cold and humid to leave the laundry outside

Too cold and humid to leave the laundry outside

Our 'neatly' organized tent

Our ‘neatly’ organized tent

Finally getting some rest

Finally getting some rest

 

In 20 Monaten und 26.000km einmal um die halbe Welt

15. April – 19. Mai, 2014 – Es war eine lange und mühsame Rückreise nach Europa: 3,5 Stunden dauerte der Flug von Auckland nach Sydney, neun Stunden nach Hong Kong und weitere 12 Stunden nach London. Insgesamt waren wir 36 Stunden unterwegs ohne zu schlafen. Wir kamen völlig fertig an. Zum Glück kamen auch unser Gepäck und unsere Räder unversehrt an und wir verbrachten den Vormittag damit, die Räder wieder zusammen zu schrauben. Als wir dann endlich fertig waren, hatten wir wieder Hunger und nach dem Mittagessen waren wir dann endlich soweit, um in die Stadt zu fahren. Doch leider hatte Johans Rad einen Platten und das Rad musste wieder abgeladen werden. Aber da wir ausreichend Zeit hatten – unser Gastgeber war erst am frühen Abend zuhause – war das nicht ganz so schlimm. Nach London radeln war ganz OK, da es viele Radwege gibt und wir ja bereits daran gewöhnt waren, auf der falschen Seite der Straße zu fahren.

Getting ready for some sleep

Ich kann jetzt schlafen!

At London Heathrow

Am Flughafen London Heathrow

Wir blieben zwei Nächte in Richmond, wir hatten dringend ein bisschen Schlaf nötig bevor wir uns wieder auf die Sättel schwingen konnten. Und wir hatten Glück, das Wetter war super, die Gegend wunderschön und Rick sehr entspannt. Am nächsten Morgen fuhr Rick mit uns und seinem Liegerad in die Stadt. Das war ein Riesenspaß, wir sind an allen Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen, tranken eine letzte Tasse Kaffee mit Rick bevor er weiter zur Arbeit fuhr und wir den Zug nach Chatham nahmen. Wir hatten nämlich keine Lust durch langweilige Vorstädte zu radeln. Leider war Chatham auch fürchterlich, eine ziemlich deprimierende Kleinstadt. Wir machten uns dort dann auf die Suche nach einem Campingplatz und wurden den Berg hoch geschickt. Leider stellte sich dann heraus, dass der ehemalige Campingplatz heute nur noch als Stellplatz für Wohnwagen diente und der Besitzer wollte uns partout nicht auf den Platz lassen. Glück im Unglück – nebenan war ein erschwingliches Holiday Inn und wir konnten in einem sauberen Hotel mit Frühstücksbuffet übernachten. Ich glaube, hier hat der Hotelbesitzer zum ersten Mal draufgelegt, da wir mit unserem wie immer Riesenhunger das Buffet fast leergeräumt haben.

While waiting for our host at a pub next to the Thames we got surprised by high tide!

Während wir in einer Kneipe auf unseren Gastgeber warteten, wurde die Straße plötzlich überflutet – Flut an der Thames, so etwas hatten wir noch nicht erlebt.

Salute DSCF0538

With Rick

Mit Rick

The Queen's guards at their morning exercise

Die Garde der Königin

London bridge

London Brücke

Kurz nach Chatham haben wir dann einen schönen Radweg gefunden, der uns nach Dover bringen sollte. Von dort wollten wir dann die Fähre nach Calais nehmen. Wir hatten immer noch Glück mit dem Wetter, es war zwar sehr kalt und windig, aber dafür sehr sonnig. Abends wurde es allerdings super kalt und der Wind blies die meiste Zeit auch gegen uns, anstatt uns mit sich zu tragen. Aber so ist das eben auf dem Rad. Zelten war auch ziemlich hart, da wir noch an die Luxusplätze mit beheizten Küchen und TV Lounges in Ozeanien gewohnt waren. Dort war das Wetter so ziemlich egal, solange wir das Zelt noch im Trockenen aufstellen konnten. Zurück in Europa gab es noch nicht einmal eine Abdeckung, unter der wir bei Wind und Regen hätten kochen können. Leider können wir in unserem Zelt nicht kochen und daher blieb die Küche öfters kalt oder wir sind essen gegangen. Irgendwie ist zelten hier wie wild campen, der einzige Unterschied sind teure Duschen, die auch noch extra kosten, wenn sie warm sein sollen.

In England ist uns dann wieder aufgefallen, was wir in den letzten Monaten doch sehr vermisst haben: richtig alte Häuser und Gebäude. Wir radelten durch schöne, grüne und hügelige Landschaften, die von malerischen Dörfern umgeben waren. In Stodmarsh, einem dieser Dörfer, gönnten wir uns ein schönes Zimmer in einer Frühstückspension, obwohl wir hier schon kurz nach dem Mittagessen ankamen. Aber wir konnten nicht widerstehen. Es war doch schon sehr lange her, dass wir in einem richtig schönen Hotel übernachtet hatten. Und nicht nur unser Zimmer war toll, auch das Essen haben wir in vollen Zügen genossen.

P1220074 P1220061

We had to squeeze through a myriad of fences on English bike paths. Sometimes we even had to carry our bikes over the barriers. Long distance bike path planners don't seem to expect cyclists with luggage.

Hier fragt man sich doch wirklich, wer diese Langstrecken-Radwege geplant hat. Wir mussten Hunderte dieser Barrieren überwinden, manchmal blieb uns sogar nichts anderes übrig, als die Räder über die Zäune zu heben!

P1220060

Resting at the backyard of our B&B

Mittagspause im Garten unserer kleine Pension

FedEx seems to be everywhere in England, even in the middle of nowhere

FedEx scheint überall in England unterwegs zu sein, auch da, wo es sonst nicht viel gibt.

Close to Dover

Kurz vor Dover

Waiting for the ferry

Wir warten auf die Fähre

Am nächsten Tag kamen wir der Heimat wieder ein Stückchen näher, wir waren auf dem europäischen Festland. Zurück in Frankreich und Belgien merkten wir, was wir in Ozeanien noch vermisst haben: ruhige Straßen und fahrradfreundliche Autofahrer, die bei Gegenverkehr brav hinter uns warteten. Die Kehrseite der Medaille waren allerdings dreckige Campingplätze und unfreundliche Besitzer. Man kann nicht alles haben!

Nach schon 1,5 Tagen waren wir dann wieder in den Niederlanden. Wir befanden uns nun auf dem Weg nach Den Haag, zu Johans Schwester. Zurück auf dem Festland hatten wir jeden Tag Regen, zelteten aber dennoch jeden Tag, da wir nicht so viel Geld ausgeben wollten. In Den Haag haben uns Johan’s Schwester und ihr Freund Joost ein ganzes Wochenende verwöhnt und bespaßt. Das war schön. Vielen Dank! Danach ging’s dann weiter in Richtung Norden zu Johans Eltern. Auch hier war die Wiedersehensfreude groß!

Country #22: Belgium

Land #22: Belgien

 

The Belgian coast: awful architecture to the right...

Die belgische Küste: fürchterliche Architektur zur Rechten,…

…some old buildings squeezed in between...

…ein Paar alte Gebäude dazwischen….

…and fun art and ocean to the left...

…und lustige Kunst sowie das Meer zur Linken…

…and the front.

…und vor uns.

In den Niederlanden:

Morning fog

Nebel am Morgen

The famous Delta works

Die berühmten holländischen Delta Werke,…

…the famous Dutch windmills….

…die berühmten holländischen Windmühlen….

…and even more famous blue tiles from Delft.

…und die noch berühmteren blauen Fliesen von Delft.

With Anneke and Joost

Familien-Wiedersehen #1: Mit Anneke und Joost

Even ferries require muscle work

Auch auf den Fähren geht ohne Muskeleinsatz gar nichts

Oooops, did I shrink overnight?

Oh, bin ich heute Nacht vor lauter Regen eingelaufen?

P1220104

Back to the roots

Zuhause!

Johan and his parents, flying the Dutch flag ;-)

Familien-Wiedersehen #2: Johan mit seinen Eltern, die die holländische Flagge gehisst haben ;-)

Und danach ging es dann endgültig in Richtung Heimat und wir radelten den letzten Teil unserer großen Reise nach Süden gen Empfingen. In Deutschland radelten wir bis Mannheim am Rhein entlang und von dort bis Stuttgart am Neckar. Auf dem Weg trafen wir uns noch mit Freunden und unserem Sponsor Idworx, wo unsere Räder gleich nochmals generalüberholt wurden. Herzlichen Dank an Gerrit Gaastra dafür! Die Strecke am Rhein entlang war OK, aber für uns doch ziemlich langweilig. Wir haben sie irgendwann die Rentnerautobahn genannt, da wir den Altersdurchschnitt auf diesen Radwegen deutlich senkten. Der Neckar war dann schon deutlich besser, da die Landschaft hier noch viel ursprünglicher ist, weniger Touristen unterwegs waren und uns auch die Dörfer viel besser gefielen.

Some Dutch art

Niederländische Kunst

Last day in the Netherlands

Unser letzter Tag in den Niederlanden

Deutschland:

Hooray, we're in Germany again!

Hurra, wir sind wieder in Deutschland!

My new friend

Mein neuer Freund, aber so richtig begeistert sind wir beide nicht ;-)

Somewhere along the Rhine

Irgendwo am Rhein

DSCF0737

What a great idea - vending machine for bike tires

Super Idee – Fahrradschläuche aus dem Automaten

More Rhine cycling

Noch mehr Rhein

An Australian/Kiwi couple we met along the Rhine

Ein australisch/neuseeländisches Paar, das wir am Rhein getroffen haben

Cycling into Cologne

Auf dem Weg nach Köln

P1220128

The grandiose Cologne cathedral

Der grandiose Kölner Dom

With our dear friends Anja and Volker

Freunde-Wiedersehen #1: Unsere lieben Freunde Anja und Volker

With Gerrit Gaastra, who is producing our wonderful Idworx bikes

Mit Gerrit Gaastra, der unsere wunderbaren und heißgeliebten Räder herstellt

The holy Johan? Wishful thinking ;-)

Der heilige Johan, wer’s glaubt, wird selig!

Our new car?

Unser neues Auto?

In Eltville

In Eltville

Celebrating my birthday with dear friends

Freunde-Wiedersehen #2: Geburtstagsparty mit lieben Freunden

Kiwis in Germany

Kiwis in Deutschland

Typical architecture along the Rhine

Typische Rheinarchitektur

Camping at the Neckar

Zelten am Neckar

DSCF0895

DSCF0908 DSCF0932

Last stop Stuttgart - with my cousin Petra and Ramon

Familien-Wiedersehen #3: Letzter Halt in Stuttgart bei meiner Cousine Petra und ihrem Mann Ramon

Coming home: welcome by my brother Alex, his girlfriend Tina and their daughter Selma

Familien-Wiedersehen #4: Zuhause hießen uns mein Bruder Alex, seine Freundin Tina und meine kleine Nichte Selma herzlich willkommen.

Final welcome of the day with my parents and my brother's little ones

Familien-Wiedersehen #5: Finales Willkommen bei meinen Eltern sowie mit Selma und Lenny

Was uns nach unserer Rückkehr besonders aufgefallen ist: nichts oder nicht vieles hat sich in den letzten 20 Monaten verändert. Überall in Europa.  Für uns fühlte sich die Rückkehr fast so an, als wären wir nur ein Paar Wochen weg gewesen. In London rennen nach wie vor dunkel beanzugte Männer und Frauen mit ihren Smartphones und grimmigen Gesichtern geschäftig durch die Straßen; in Belgien wird Cappuccino noch immer mit Schlagsahne serviert, in Holland radelt jeder und die vielen Radwege sind ein Traum. Und in Deutschland hält man sich an die Vorschriften. In Wesel fuhren wir mit dem Rad durch die leere Fußgängerzone und wurden andauernd angesprochen, dass das nicht erlaubt sei. Irgendwann machte Johan sich den Spaß und fragte nach, was denn das Problem sei. Und interessanterweise nicht, dass wir irgendjemanden gefährdeten oder störten, im Gegenteil. Die Menschen wollten uns nur darauf aufmerksam machen, dass hier die Polizei dauernd Strafzettel an Radfahrer verteilt. 20 EUR waren uns dann doch zu teuer und wir sind brav abgestiegen. Aber am meisten hat uns gefreut, dass sich unsere Familien und Freunde auch nicht verändert hatten und es sich auch hier fast so anfühlte, als hätten wir uns erst vor kurzem gesehen.

Nachdem wir nun schon eine Weile in unserem temporären Zuhause sind – dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin – hatten wir ein wenig Zeit, über unsere Reise nachzudenken. Wir können uns noch immer nicht vorstellen, dass wir wieder zurück sind, alles fühlt sich noch sehr unwirklich an. Aber eines wissen wir: wir hatten die beste Zeit unseres Lebens, wir haben tolle Menschen getroffen, neue Freunde gewonnen, haben unglaubliche Landschaften gesehen, sind viele Berge hoch geschwitzt, haben mehr als einmal geflucht und mussten uns mehr als einmal daran erinnern, dass wir diese Art zu reisen selbst gewählt haben. Wir haben die ein oder andere Träne vergossen, gemeinsam gelacht und gestritten. Wir  sind unendlich dankbar für all die Erfahrungen, die wir gemacht haben und all die lieben Menschen, die wir getroffen haben. Ganz besonders dankbar sind wir, dass wir sicher und unversehrt wieder zuhause angekommen sind. Auch wenn ich mich wiederhole, für uns war diese Reise und vor allem diese Art zu reisen genau das Richtige, wir bedauern nichts, da wir viel gelernt haben, vor allem von den Ärmsten und wir sind reicher denn je. Das Leben ist eine lange Reise, das Leben ist schön, das sollten wir niemals vergessen.

619 Tage reisen sind nun vorbei. Wir sind fast 26.000km auf drei Kontinenten durch 23 Länder geradelt und haben 142 Blogs geschrieben. Viele Menschen haben unsere Reise verfolgt und wir hoffen, dass wir einige davon inspirieren konnten. Heute möchten wir uns bei euch allen für eure Treue und dafür bedanken, dass ihr durch eure unterstützenden Kommentare Teil unserer Reise geworden seid. Dieser Lebensabschnitt ist nun vorbei und ein neuer beginnt. Unser Blog wird weiterleben, da wir auch künftig weiterradeln. Wir werden monatliche Updates zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlichen. Wir hoffen, ihr bleibt dabei!

Herzlichen Dank, ihr wart ein tolles Publikum!

Geradelte Kilometer

15. April, London Heathrow – Richmond, 20km
16. April, Richmond, rest day
17. April, Richmond – Chatham, 37km
18. April, Chatham – Whinstable, 70km
19. April, Whinstable – Stodmarsh, 24km
20. April, Stodmarsh – Oye Plage (F), 68km
21. April, Oye-Plage – Middelkerke (B), 78km
22. April, Middelkerke – Dishoek (NL), 90km
23. April, Dishoek – Ellemeet, 60km
24. April, Ellemeet – Brielle, 48km
25. April, Brielle – The Hague, 43km
26./27. April, Den Haag, rest days
28. April, Den Haag – Eeemdijk, 106km
29. April, Eemdijk – Meppel, 105km
30. April – 2. Mai, Meppel, rest days
3. Mai, Meppel – Vorden, 98km
4. Mai, Vorden – Wesel (D), 84km
5. Mai, Wesel – Meerbusch, 85km
6. Mai, Meerbusch – Köln, 69km
7. Mai, Köln – Lohmar, 28km
8. Mai, Lohmar – Wachtberg – Mehlem, 51km
9. Mai, Mehlem – Wachtberg – Kesselheim, 71km
10. Mai, Kesselheim – Bacharach, 58km
11. Mai, Bacharach – Bodenheim, 67km
12. -14. May, Bodenheim, rest days
15. Mai, Bodenheim – Heidelberg, 103km
16. Mai, Heidelberg – Neckarsulm, 87km
17. Mai, Neckarsulm – Stuttgart, 103km
18. Mai, Stuttgart, rest day
19. Mai, Stuttgart – Empfingen, 85km

Gesamtdistanz: 25.954km, davon 1,739km in Europa (England, Frankreich, Niederlande, Deutschland)