Altweibersommer: die letzte Episode

20. März – 14. April 2014 – Auch die folgenden Tage radelten wir, das Wetter war viel zu schön. Blauer Himmel, so gut wie keine Wolken, dafür allerdings frostige Nächte. Das mussten wir natürlich ausnutzen und so blieb unseren müden Körpern nichts anderes übrig als munter weiterzuradeln. Ausruhen musste bis zum nächsten Regen warten.

Von Lake Ohau nach Twizel:

DSCF9197

DSCF9167 DSCF9287 DSCF9242 DSCF9315

P1210848 P1210858

Noch immer befanden wir uns auf dem Alps to Ocean Radweg in Richtung Neuseelands höchstem Berg, Mount Cook auf 3.655m Höhe. Obwohl wir fast ausschließlich auf einer sehr schlechten Straße und Schotterwegen radelten, wo uns dazu noch SUVs mit maximaler Geschwindigkeit überholten, war die Landschaft ein Genuss. Mount Cook war den ganzen Tag direkt vor uns, ein tiefblauer See neben uns und zwitschernde Vögel um uns herum. Wir zelteten auf einer Schaffarm, wo wir in einen Schäferschuppen Toilette und Küche mitbenutzen durften. Leider war keine Schärsaison, die beginnt erst im September und so mussten wir uns mit dem Schlachten von Schweinen zufriedengeben. Unfreiwillig wurden wir hiervon Zeugen. Landleben pur sozusagen! Nach getaner Arbeit unterhielten wir uns noch mit dem Bauern, der noch immer blutverschmiert war. Seine Frau entschuldigte sich mehrfach für die einfache Unterkunft (für die wir im Übrigen nichts bezahlten) und brachte uns später zwei eisgekühlte Biere, um uns stilgerecht den Sonnenuntergang anschauen zu können. Das Leben ist schön.

Clouds are slowly beginning to disappear

So allmählich verschwinden die Wolken

DSCF9350

Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Weiterfahrt erst wenn der Staub sich gelegt hat

Napping!

Ruhepause!

DSCF9510

DSCF9556 DSCF9376 DSCF9391 DSCF9428 DSCF9419

DSCF9516

Waiting for the sunset

Das große Warten auf den Sonnenuntergang

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Trotz zweier Bier – ich trinke ja keines – kann Johan noch wunderbar balancieren

DSCF9579

Morning legs

Lange Beine am frühen Morgen

P1210916

Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Zeit für’s Frühstück

DSCF9662 DSCF9665

Es folgten noch mehr sonnige Tage und wir radelten und radelten und bewunderten unsere Umgebung. Am See Tekapo, der für seinen spektakulären Sternenhimmel bekannt ist, verbrachten wir eine Nacht auf einem der schrecklichsten Campingplätze. Da dieser gleichzeitig auch als Backpacker Hostel diente, befanden sich dort viele junge, nervige weil lärmende Jungendliche, fast alle aus den USA. In dieser Nacht wollten wir eigentlich aufstehen zum Sternegucken. Da wir uns mittlerweile selbst sehr gut kennen und wissen, dass wir nachts nicht aufstehen, wenn wir nicht müssen (darf hier jetzt doppeldeutig verstanden werden), tranken wir viel bevor wir schlafen gingen. Und was passierte? Nichts. Trotz des Lärms schliefen wir wunderbar durch und wachten erst bei Tagesanbruch wieder auf.

DSCF9742 DSCF9705 DSCF9723 DSCF9701

At Lake Tekapo

Am Tekapo See

Most photographed church at Lake Tekapo

Die am meisten fotografierte Kirche Neuseelands am Lake Tekapo

Mittlerweile fuhren wir wieder in Richtung Norden, erst nach Christchurch und dann weiter nach Picton, von wo wir in einigen Wochen unsere endgültige Heimreise antreten würden. Damit befanden wir uns auch wieder auf deutlich befahreneren und weniger hügeligen Straßen und deutlich undramatischeren Landschaften. Gleichzeitig begannen wir auch, uns immer öfters Gedanken über unsere Zukunft zu machen. Unglaublich, wie einerseits die Zeit so schnell vergangen ist und uns andererseits auch wieder sehr lange vorkam aufgrund all unserer Erfahrungen und Erlebnisse.

Unser Hauptaugenmerk galt allerdings zunächst unserer eigenen Sicherheit, denn wir wollten ja am Stück und gesund zu Hause ankommen und nicht das Schicksal mit den vielen Opossums teilen, die viel zu oft als plattgewalzte Flundern auf den Straße endeten. Der Verkehr wurde immer gefährlicher mit rücksichtslosen LKW- und Autofahrern, die viel zu schnell und viel zu dicht an uns vorbei fuhren. Mehr als einmal flüchteten wir in den Straßengraben und jeden Abend waren wir froh, wieder irgendwo heil und ohne Verluste angekommen zu sein. Am Schlimmsten waren die Brücken: die Straße wird dann noch enger, der kleine Seitenstreifen ist dann überhaupt nicht mehr vorhanden und Autos dürfen noch immer mit der Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h über die Brücke brettern. Wir wünschten uns dann immer die schönen kleinen einspurigen Brücken der Westküste zurück, auf denen der Gegenverkehr immer wartete und Autos hinter uns fuhren ohne vorbeizudrängeln, obwohl genügend Platz gewesen wäre. Auf normalen zweispurigen Brücken muss man schon sehr viel Glück haben, wenn ein Fahrer hinterherfährt. Grundsätzlich warteten wir vor einer Brückenüberfahrt, bis weder von vorne noch von hinten Verkehr kam. Dann strampelten wir wie die Gejagten, um es auf die andere Seite zu schaffen, aber waren meist noch immer zu langsam, um es ohne Verkehr über lange Brücken zu schaffen. Einmal fuhr Johan direkt vor mir und ich schaute nur kurz in den Spiegel, um zu sehen, wie sich uns ein riesiger LKW viel zu schnell näherte. Da uns auch Verkehr entgegen kam sah ich nur ein Chance: wir mussten von den Rädern springen und uns über die Seitenbegrenzung lehnen. Ich schrie Johan zu, da er den LKW nicht gesehen hatte, wir hopsten von den Rädern, quetschten uns an die Begrenzung als der LKW ungebremst und mit nur ca. 10cm Abstand an uns vorbei donnerte. Der Gegenverkehr kam völlig zum Erliegen, die Insassen der Autos hatten uns wahrscheinlich schon unter dem LKW gesehen. Einmal mehr wurde uns klar, dass unser Schutzengel gut auf uns aufpasst.

In Christchurch erholten wir uns mehrere Tage bei unseren Radlerfreunden Annika and Roberto, die erst vor Kurzem hierher gezogen sind, um ein Jahr zu arbeiten, bevor die Radreise weitergeht. Wir hatten viel Spaß mit den Beiden und mussten sogar ein Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Richterskala miterleben. Eine für uns sehr beängstigende Erfahrung, aber nichts gegen die Erdbeben von vor zwei Jahren. Noch immer sieht die Stadt wie eine große Baustelle aus mit vielen eingerüsteten Häusern. Trotzdem mochten wir die Stadt und die Art, wie die Einwohner, vor allem in der Containerstadt, mit der Gefahr umgehen und Container in Cafés und Läden umfunktionieren.

Egg hunt at Christchurch

Eiersuche in Christchurch

At the container city

Die Containerstadt

'Green' cash

‘Grünes ‘ Bargeld

With Roberto and Annika

Mit Roberto und Annika

Die letzten Tage in Neuseeland fuhren wir an der wunderschönen Ostküste entlang, erholten uns in einem malerischen Tal im Pedaller’s rest, radelten bei schlechtestem Wetter über zwölf super schwere Hügel, nahmen die Fähre von Picton nach Wellington, auf der ich seekrank wurde, fuhren mit dem Zug zurück nach Auckland und verabschiedeten uns zum letzten Mal von einem herrlichen Land und netten Leuten.

Another nice campsite at the seaside

Zelten am Meer

On one of the last almost traffic free roads

Eine der wenigen Straßen ohne Verkehr an der Ostküste

DSCF9967

A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

Ein Gletscherfluss der sich in ein Bächlein verwandelt hat

DSCF9985

Discovering Kaikoura

Wir entdecken Kaikoura

DSCF0063DSCF0070DSCF0200

Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Obwohl dieser Baum nicht so aussieht, heisst er ‘Kohlbaum’ (cabbage tree), da Captain Cook und Crew die Blätter gekocht und gegessen haben.

DSCF0357

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Hunderte von Pelzrobben, die sich entweder ausruhen oder um die besten Plätze streiten.

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Ein Hummerimbiss, für uns leider zu teuer

Beautiful little rest house

Schöne kleine Pension zwischen Kaikoura und Blenheim

And this is our small space

Und das ist unser kleines Zimmer in der Pension

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Mit Don, bei dem wir übernachten durften, nachdem wir acht Stunden im strömenden Regen radelten.

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan bindet die Räder auf der Fähre fest

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Gemeinsam mit der Mete-Familie in Auckland, zwei Familienmitglieder fehlen noch.

Last day riding in Auckland

Letzter Fahrradtag in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Und hier werden die Fahrräder wieder für eine laaaaange Reise vorbereitet.

Geradelte Kilometer:

20. März, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21. March, Twizel – Braemar Station, 46km
22. March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23. March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24. March, Fairlie – Timaru, 59km
25. March, rest day
26. March, Timaru – Ashburton, 98km
27. March, Ashburton – Christchurch, 107km
28. – 31. March, Christchurch, 35km
1. April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2. April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3. April, Wairau – Kaikoura, 89km
4. April Kairkoura, rest day
5. April, Kairoura – Ward, 77km
6. April, Ward, rest day
7. April, Ward – Blenheim, 61km
8. April, Blenheim, rest day
9. April, Blenheim – Picton, 64km
10. April, Picton – Wellington, 37km
11. April, Wellington – Auckland by train
12. – 14. April, Auckland, 100km

Gesamtdistanz: 24.215km, davon 4.045km in New Zealand

 

 

Advertisements

Indian summer: the final episode

20 March – 14 April, 2014 – We continued cycling the following days as the weather was still exceptionally good. Clear blue skies all day long, hardly any clouds and sometimes frosty nights. We didn’t want to miss out on scenery just because our bodies might want to rest for a day. They had to wait until the next rainy day.

From Lake Ohau to Twizel:

DSCF9197

DSCF9167 DSCF9287 DSCF9242 DSCF9315

P1210848 P1210858

We were still following the Alps to Ocean cycle trail heading towards New Zealand’s highest mountain: Mount Cook at 3,755m. Despite cycling on a first poor and bumpy path and later on a loose gravel road with 4x4s passing us at maximum speed we enjoyed the outstanding scenery with Mount Cook right in front of us, an emerald blue lake next to us and tweeting birds around us. We pitched our tent at a sheep farm, where we used the shearers’ basic toilet and kitchen facilities. Unfortunately shearing wouldn’t begin before September and we missed out on an opportunity to see them in action. Instead we became unvoluntary witnesses of the slaughtering of two farm pigs. Farm life at its best. We had a nice chat with the farmer, still blood smeared all over his clothes and his wife who apologized several times for the basic facilities we’ve been provided with. Later she brought us two ice-cold beers for our sundowner at Mount Cook. Life is good!

Clouds are slowly beginning to disappear

Clouds are slowly beginning to disappear

DSCF9350

Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Waiting for the dust to disappear

Napping!

Napping!

DSCF9510

DSCF9556 DSCF9376 DSCF9391 DSCF9428 DSCF9419

DSCF9516

Waiting for the sunset

Waiting for the sunset

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

DSCF9579

Morning legs

Long morning legs

P1210916

Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Cooking breakfast in the shearers’ kitchen

DSCF9662 DSCF9665

More sunny days followed and we continued cycling and admiring the surroundings. At Lake Tekapo, recognized as having the most spectacular night sky in New Zealand, we spent a night at one of the worst campsites on the island. As it also functions as a backpacker’s hostel we had to share it with a lot of very young, annoying and noisy backpackers, most of them Americans. That night we actually wanted to get up to watch the starry sky. Knowing we wouldn’t manage by just setting an alarm we drunk a lot before bedtime as we thought we then won’t have a choice. And guess what happened? Despite a lot of tea and despite the noise around us we still didn’t manage to get out of our cosy sleeping bags. It was another freezing cold night and the lack of rest days made us really want to stay inside the tent.

DSCF9742 DSCF9705 DSCF9723 DSCF9701

At Lake Tekapo

At Lake Tekapo

Most photographed church at Lake Tekapo

Most photographed church in New Zealand at Lake Tekapo

We were now on our way north again, first heading to Christchurch and then back to Picton, where we would begin our journey homewards. This also meant busier and flatter roads and less dramatic scenery. It also meant that we more and more often started to discuss what we would do once back home. Amazing how on one hand time passes so quickly and on the other hand it feels so long with all our experiences and memories from our adventures.

But our main concern was still getting home in one piece instead of sharing the destiny of the many possums that end flat as pancakes on the roads. Traffic became ridiculously dangerous with reckless drivers, trucks and cars passing without giving us enough space. We jumped off the roads more than once. Each evening we were glad we made it to the next destination. Worst were the bridges: the roads get even narrower than they already are, a sometimes small shoulder disappears completely and cars are allowed to continue driving at a maximum speed of 100km/h. We were thinking of the wonderful one-lane-bridges at the west coast where all drivers waited patiently either on the other side of the bridge or drove carefully behind us, even though they could have easily passed us. On two-lane-bridges you really need to be lucky if a car or truck stays behind you. We usually only started crossing bridges, when there was no traffic behind us. We pedaled as if the devil was behind us, but often still were too slow to completely cross without passing traffic. At one point, Johan was cycling right in front of me, I checked my mirror and saw a huge truck approaching quickly at a for us horrendous speed. With opposite traffic our only chance to survive this was to jump off the bikes. I yelled at Johan to warn him that the truck was getting closer without braking and within seconds we both were off the bikes and hung against the railing to make ourselves as small as possible. The truck passed and left about 10cm between us, all opposite traffic came to a halt and we knew once more that someone is watching closely over us.

In Christchurch we relaxed a few days with our cycling friends Annika and Roberto, who just settled there to work for a year before they will continue their cycling adventure. We had a lot of fun and even experienced a magnitude 4.3 earthquake. Scary for us but nothing compared to the devastating earthquakes two years earlier. The city still looks like one big construction site with a lot of old building in scaffoldings. However, we very much liked the spirit and creativity at the container city with colourful containers functioning as shops and cafes.

Egg hunt at Christchurch

Egg hunt at Christchurch

At the container city

At the container city

'Green' cash

‘Green’ cash

With Roberto and Annika

With Roberto and Annika

The last days we continued along the beautiful eastern coastline, rested in a picturesque valley at the Pedaller’s rest, cycled in the worst weather ever over twelve super difficult hills, took the ferry from Picton to Wellington, where I got seasick, took the train back to Auckland and finally said our last goodbyes to a wonderful country and wonderful people.

Another nice campsite at the seaside

Another nice campsite at the seaside

On one of the last almost traffic free roads

On one of the last almost traffic free roads

DSCF9967

A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

A glacial river turned into a creek

DSCF9985

Discovering Kaikoura

Discovering Kaikoura

DSCF0063DSCF0070DSCF0200

Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Even though not looking like it this tree is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew cooked the leaves and ate them

DSCF0357

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap or fighting for the best spot

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Beautiful little rest house

Beautiful little rest house between Kaikoura and Blenheim

And this is our small space

And this is our small space at the rest house

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan fixing the bikes on the ferry

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Last day riding in Auckland

Last day riding in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Packing the bikes for a loooong journey home

Distances cycled:

20 March, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21 March, Twizel – Braemar Station, 46km
22 March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23 March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24 March, Fairlie – Timaru, 59km
25 March, rest day
26 March, Timaru – Ashburton, 98km
27 March, Ashburton – Christchurch, 107km
28 – 31 March, Christchurch, 35km
1 April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2 April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3 April, Wairau – Kaikoura, 89km
4 April Kairkoura, rest day
5 April, Kairoura – Ward, 77km
6 April, Ward, rest day
7 April, Ward – Blenheim, 61km
8 April, Blenheim, rest day
9 April, Blenheim – Picton, 64km
10 April, Picton – Wellington, 37km
11 April, Wellington – Auckland by train
12 – 14 April, Auckland, 100km

Total distances cycled: 24,215km of which 4045km in New Zealand

 

 

 

Die Tongariro Wanderung

28. Januar – 4. Februar, 2014 – Unser Höhepunkt. Die Tongariro Durchquerung. Bisher haben wir noch nie eine so besondere Wanderung gemacht. Toll, trotz der vielen anderen Wanderer, die zur gleichen Zeit mit uns auf dem Berg waren.

Nach einem Radeltag mit vielen Steigungen, erst am See Taupo entlang und später dann in Richtung Berge und immer mit Blick auf die Vulkane entweder vor oder neben uns, kamen wir an einer Kreuzung mit einem Campingplatz und sonst nichts an. Zum Glück hatten wir all unser Essen für den nächsten Tag schon eingekauft, obwohl unser Radreiseführer, der erst im Oktober 2013 aktualisiert wurde, vermeldete, dass es einen Laden gibt. Die nächsten Läden waren entweder 25km zurück den Berg runter oder 25km weiter den Berg hoch. Beides keine Option für uns.

At lake Taupo

See Taupo

These are the mountains where we would hike the next day

Das sind die Vulkane, auf denen wir am nächsten Tag wandern sollten

DSCF4898DSCF5648

Das ist auch wieder so etwas, das wir nicht verstehen. Weder in Australien noch in Neuseeland gibt es Campingplätze, die Lebensmittel verkaufen. Es gibt immer toll ausgestattete Küchen, Tische und Stühle, saubere Duschen mit Warmwasser, aber nix zu essen. Ich frage mich ob das daran liegt, dass man hierfür in Neuseeland eine spezielle Lizenz braucht oder weil die meisten ja doch mit dem Auto unterwegs sind und immer alles selbst mitbringen. Wie auch immer, wir fänden es manchmal einfacher, wenn wir etwas kaufen könnten, vor allem wenn es weit und breit keine Alternative gibt.

Da wir beizeiten ankamen und auch nicht zu müde waren machten wir die Wanderung am darauf folgenden Tag.

Um 6:40 Uhr wurden wir abgeholt. Es war super nebelig und wir waren nicht sehr begeistert, da wir diese Wanderung nicht unbedingt ohne Aussichten machen wollten. Aber nach schon 10- minütiger Busfahrt klärte sich der Himmel und was wir für Nebel hielten waren tatsächlich Wolken. Um 7 Uhr standen wir dann wieder auf unseren eigenen Füßen und die Wanderung konnte beginnen. Zunächst ging es sehr einfach an einem kleinen Bächlein entlang durch steppenartige Landschaft. Nach einer Weile wurde der Weg dann deutlich steiler und wir stiegen am Tal entlang auf eine Gipfel zwischen zwei Vulkanen. Je höher wir stiegen, desto besser konnten wir Mount Egmont in der Ferne sehen, ein Wahrzeichen Neuseelands. Am Roten Krater auf einer Höhe von 1,886m wanderten wir in Richtung Tongariro Gipfel, ein kleiner Umweg, da wir denselben Weg wieder zurücklaufen mussten.

The start of the track

Am Anfang der Tour

The Red Crater

Der Rote Krater

Mount Egmont in the background

Mount Egmont im Hintergrund

DSCF5061

Mit jedem Meter, den wir voranschritten, veränderte sich die Landschaft. Wir bewunderten die drei Vulkane aus verschiedenen Blickwinkeln und fühlten uns so klein und hilflos zwischen diesen Monstern. Je mehr wir uns den Vulkanen näherten, desto weniger war sichtbares Leben erkennbar. Schilder in der Gefahrenzone von 3km rund um den noch aktiven Vulkan ermahnten uns, schnell zu gehen und keine Pausen zu machen. Bei fliegenden Steinen sollten wir so schnell wie möglich umdrehen! Das letzte Mal ist dieser Vulkan Ende 2012 ausgebrochen.

DSCF5067

DSCF5116

P1210180

DSCF5124

DSCF5165

DSCF5224

DSCF5256

The only flowers we spotted

Die einzigen Blümchen, die wir entdecken konnten

P1210200

Jetzt konnten wir auch endlich die Smaragdseen sehen. Wir schlitterten mehr als wir liefen, da der Weg aus Steinen und loser Asche bestand und sehr steil war. Das war manchmal ganz schön aufregend, da es links und rechts steil nach unten ging. Ein falscher Schritt und der Krater hätte uns für immer verschluckt! Von nun an ging es auch meistens nach unten, zuerst auf einem Zickzack-Pfad durch eine gräserbewachsene Hochebene und später durch einen endlos erscheinenden Wald bis zum Ende des Weges.

DSCF5258

DSCF5264

DSCF5302

DSCF5318

DSCF5356

DSCF5357

DSCF5382

DSCF5402

DSCF5415 DSCF5425 DSCF5437 DSCF5449

Für die ca. 21km haben wir fast acht Stunden gebraucht. Diese Wanderung können wir allen, die die Insel besuchen, nur empfehlen. In den nächsten Tagen zeigte sich dann, wir einseitig wir doch unsere Muskeln benutzen. Wir hatten Muskelkater, dass wir kaum noch laufen, geschweige denn auf’s Fahrrad steigen konnten. Für’s Radeln scheinen doch deutlich unterschiedliche Muskeln zum Einsatz zu kommen, als beim Laufen. Das haben wir jetzt schmerzlich unter Beweis gestellt.

Da wir nichts mehr zu essen hatten, mussten wir trotz Muskelkater am nächsten Tag wieder aufbrechen. Fast den ganzen Tag konnten wir noch die Vulkane und schneebedeckten Berge neben uns bewundern und kamen nicht wirklich gut voran, da wir so oft für Fotos anhalten mussten.

DSCF5510

DSCF5527

DSCF5584

Kiwi birds, yippie! Unfortunately they are threatened and nocturnal animals and we haven't seen any so far.

Kiwis, juhu! Leider sind sie bedroht und dazu noch Nachtvögel und wir haben bisher noch keinen zu Gesicht bekommen.

P1210256

Struggling with the mattress in the wind

Der tägliche Kampf mit der Matratze und dem Wind

Die nächsten Tage radelten wir weiter durch wunderschöne Landschaften. Schafe und manchmal auch Kühe, die auf den Weiden grasten, beobachteten neugierig unser Radeln. Wusstet ihr, dass es in Neuseeland mehr Schafe als Einwohner gibt? Ich wette, dass das jedem vom Land der Kiwis bekannt ist.

DSCF5671

DSCF5699

DSCF5705

Shoe art on a fence along the road

Schuhkunst am Zaun

DSCF5737

Break before the last nasty hill

Noch eine letzte Pause vor dem großen Berg

DSCF5765DSCF5784

Interesting sign at a supermarket: no dirty gumboots.You need to know that there are supermarkets with carpets on the ground!!!

Interessantes Schild vor einem Supermarkt: Dreckige Gummistiefel ausziehen! Das muss man sich mal vorstellen. Aber hier gibt es auch noch Supermärkte mit Teppichboden, daher dann doch verständlich.

Unser Muskelkater legte sich so allmählich, aber ich bekam Rückenschmerzen, die jeden Tag schlimmer wurden. Das Wetter war nach wie vor super, viel Sonne und kühle Nächte, die uns immer gut in unserem Zelt schlafen ließen. Dieser Sommer sei außergewöhnlich, erzählte man uns. Der Verkehr meinte es allerdings nicht gut mit uns. Obwohl uns jeder erzählte, dass er, je weiter wir südlich kommen, immer weniger würde, kam es uns immer noch so vor, als wären viel zu viele Campervans, Lastwägen und sonstige Fahrzeuge unterwegs.  Nach ein Paar Tagen auf gefährlichen Straßen hatten wir die Nasen so gestrichen voll, dass wir für die letzten 120km nach Wellington den Bus genommen haben. Dort blieben wir dann bei einer deutsch-englischen Familie. Mittlerweile hatte ich so starke Rückenschmerzen, dass ich mich kaum noch bewegen konnte und in Wellington einen Arzt aufsuchte. Mit Schmerzmitteln und ein Paar homöopathischen Pillchen war der Spuk nach ein Paar Tagen wieder vorbei und wir beide bereit für mehr Abenteuer auf der Südinsel.

DSCF5802

With our hosts Susanne, Joe and Katrina in Wellington

Mit Susanne, Joe und Katrina in Wellington

Geradelte Kilometer:

29. Januar, Taupo – Tongariro, 77km
30. Januar, Tongariro crossing, 21km walking
31. Januar, Tongariro – Raetihi, 62km
1. Februar, Raetihi – Wanganui, 92km
2. Februar, Wanganui – Bulls, 56km
3. Februar, Bulls – Palmerston North – Wellington, 44km
4. Februar, Wellington, Ruhetag

Gesamtdistanz: 20.981km, davon 807km in Neuseeland

The Tongariro crossing

28 January – 4 February, 2014 – Our highlight. The Tongariro crossing. We’ve never done a hike as nice and as special as this one. Despite the few hundred other hikers being there as well.

After a day’s cycling with a  lot of climbs first along lake Taupo and later up the hills through forests and along another lake always with the volcanos ahead of or beside us we arrived at a junction with a small motor camp and nothing else. Thankfully we had bought all our food  for the next day as there wasn’t a shop nor a tea room nor a takeaway as described in our just recently updated cycling guide. The next shops were either 25km back down the hill or 25km up the hill.

At lake Taupo

At lake Taupo

These are the mountains where we would hike the next day

These are the mountains where we would hike the next day

DSCF4898DSCF5648That’s something I don’t understand at all. We’ve never camped at a campground either in Australia or New Zealand where we could buy some basic food stuff. They always have great kitchens, picnic tables, clean and hot showers, but never any groceries. I wonder if this is because it requires a special license or because everybody is driving anyway and it doesn’t make sense at all. Nonetheless, we would find it sometimes very useful, especially if there isn’t a store around the corner.

As we had arrived on time and weren’t too tired from the uphill cycling we chose to do the Tongariro hike the following day.

We got picked up at 6:40am on an extremely foggy morning. We were getting a little concerned as we didn’t fancy a walk without a view. But within a ten-minute bus ride we noticed that the fog was actually clouds and we were out and above of it. At 7am and on our feet again we started hiking or tramping, as the Kiwi would say. First along a creek through a scrub-like area with a few plants still growing. Nothing strenuous, so far just a nice little walk. The track then wound up a valley to the saddle between two volcanoes. Moving up we could see Mount Egmont, a landmark at the west coast, and the clouds slowly reclining below us. At the Red Crater and 1,886m above sea level we walked in the direction of the Tongariro summit, a little side trip we had to walk back again.

The start of the track

The start of the track

The Red Crater

The Red Crater

Mount Egmont in the background

Mount Egmont in the background

DSCF5061With every meter we moved on the scenery would change. We looked at the three volcanos from different angles and felt so small and helpless between these mighty monsters. Plants grew scarcely the closer we got to the volcanoes until there wasn’t any visible life anymore. Signs in the hazardous zone of about 3km around the just recently active volcano warned us to go through this area as quickly as possible and to return if we would see flying stones! Last serious outbreak was at the end of 2012.

DSCF5067

DSCF5116

P1210180

DSCF5124

DSCF5165

DSCF5224

DSCF5256

The only flowers we spotted

The only flowers we spotted

P1210200
We now could also admire the vivid Emerald Lakes as we walked down a steep slope on the rim of one of the craters. As the track was more rocks and loose ash we hardly walked but slid down. A little scary at times as one wrong step would have made us disappear in the crater forever! From now on we would mainly descend, first on a zig-zag slope down the mountain through tussock plains and later through an endless native forest to the end of the track.

DSCF5258

DSCF5264

DSCF5302

DSCF5318

DSCF5356

DSCF5357

DSCF5382

DSCF5402

DSCF5415 DSCF5425 DSCF5437 DSCF5449

It took us almost eight hours for about 21km to complete the track. An experience we highly recommend to everyone visiting the island. The following days however proved how badly we use our muscles. We could hardly walk anymore nor mount the bikes because of our sore muscles. Cycling seems to be a very different exercise compared to walking! That’s proven now.

As we had no more food left we had to continue the following day with sore and tired legs. Almost all day we cycled with the view of the beautiful volcanoes and snow-capped mountains to the left and hardly made any progress as we had to stop often for photos.

DSCF5510

DSCF5527

DSCF5584

Kiwi birds, yippie! Unfortunately they are threatened and nocturnal animals and we haven't seen any so far.

Kiwi birds, yippie! Unfortunately they are threatened and nocturnal animals and we haven’t seen any so far.

P1210256

Struggling with the mattress in the wind

Struggling with the mattress in the wind

We continued cycling the following days through ever-changing and scenic landscapes. We were curiously watched by sheep and some cows grazing next to the road. Did you know that there are more sheep in New Zealand than people? I bet that’s the one fact everyone knows about Kiwiland.

DSCF5671

DSCF5699

DSCF5705

Shoe art on a fence along the road

Shoe art on a fence along the road

DSCF5737

Break before the last nasty hill

Break before the last nasty hill

DSCF5765DSCF5784

Interesting sign at a supermarket: no dirty gumboots.You need to know that there are supermarkets with carpets on the ground!!!

Interesting sign at a supermarket: no dirty gumboots.You need to know that there are supermarkets with carpets on the ground!!!

The pain in our legs slowly receded, but I developed a back pain that would worsen day by day. The weather was fantastic, a lot of sun and cool nights for a good night’s sleep. an extraordinary summer as we were told by the locals. Unfortunately the traffic didn’t get much better despite people telling us the further south we go, the less it would become. Still too many fast camper vans, trucks and other vehicles on the road and we got so tired from it that we took a bus for the last 120km to Wellington where we would once more enjoy the hospitality of a German/English family. My back was in the meantime hurting so much, that I couldn’t move properly anymore and went to the doctor. Pain killers and some homeopathic medicine did the trick and within two days I was more or less painless again and ready for exploring the south island!

DSCF5802

With our hosts Susanne, Joe and Katrina in Wellington

With our hosts Susanne, Joe and Katrina in Wellington

Distances cycled:

29 January, Taupo – Tongariro, 77km
30 January, Tongariro crossing, 21km walking
31 January, Tongariro – Raetihi, 62km
1 February, Raetihi – Wanganui, 92km
2 February, Wanganui – Bulls, 56km
3 February, Bulls – Palmerston North – Wellington, 44km
4 February, Wellington, rest day

Total distance cycled: 20,981km of which 807km in New Zealand