Die Tongariro Wanderung

28. Januar – 4. Februar, 2014 – Unser Höhepunkt. Die Tongariro Durchquerung. Bisher haben wir noch nie eine so besondere Wanderung gemacht. Toll, trotz der vielen anderen Wanderer, die zur gleichen Zeit mit uns auf dem Berg waren.

Nach einem Radeltag mit vielen Steigungen, erst am See Taupo entlang und später dann in Richtung Berge und immer mit Blick auf die Vulkane entweder vor oder neben uns, kamen wir an einer Kreuzung mit einem Campingplatz und sonst nichts an. Zum Glück hatten wir all unser Essen für den nächsten Tag schon eingekauft, obwohl unser Radreiseführer, der erst im Oktober 2013 aktualisiert wurde, vermeldete, dass es einen Laden gibt. Die nächsten Läden waren entweder 25km zurück den Berg runter oder 25km weiter den Berg hoch. Beides keine Option für uns.

At lake Taupo

See Taupo

These are the mountains where we would hike the next day

Das sind die Vulkane, auf denen wir am nächsten Tag wandern sollten

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Das ist auch wieder so etwas, das wir nicht verstehen. Weder in Australien noch in Neuseeland gibt es Campingplätze, die Lebensmittel verkaufen. Es gibt immer toll ausgestattete Küchen, Tische und Stühle, saubere Duschen mit Warmwasser, aber nix zu essen. Ich frage mich ob das daran liegt, dass man hierfür in Neuseeland eine spezielle Lizenz braucht oder weil die meisten ja doch mit dem Auto unterwegs sind und immer alles selbst mitbringen. Wie auch immer, wir fänden es manchmal einfacher, wenn wir etwas kaufen könnten, vor allem wenn es weit und breit keine Alternative gibt.

Da wir beizeiten ankamen und auch nicht zu müde waren machten wir die Wanderung am darauf folgenden Tag.

Um 6:40 Uhr wurden wir abgeholt. Es war super nebelig und wir waren nicht sehr begeistert, da wir diese Wanderung nicht unbedingt ohne Aussichten machen wollten. Aber nach schon 10- minütiger Busfahrt klärte sich der Himmel und was wir für Nebel hielten waren tatsächlich Wolken. Um 7 Uhr standen wir dann wieder auf unseren eigenen Füßen und die Wanderung konnte beginnen. Zunächst ging es sehr einfach an einem kleinen Bächlein entlang durch steppenartige Landschaft. Nach einer Weile wurde der Weg dann deutlich steiler und wir stiegen am Tal entlang auf eine Gipfel zwischen zwei Vulkanen. Je höher wir stiegen, desto besser konnten wir Mount Egmont in der Ferne sehen, ein Wahrzeichen Neuseelands. Am Roten Krater auf einer Höhe von 1,886m wanderten wir in Richtung Tongariro Gipfel, ein kleiner Umweg, da wir denselben Weg wieder zurücklaufen mussten.

The start of the track

Am Anfang der Tour

The Red Crater

Der Rote Krater

Mount Egmont in the background

Mount Egmont im Hintergrund

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Mit jedem Meter, den wir voranschritten, veränderte sich die Landschaft. Wir bewunderten die drei Vulkane aus verschiedenen Blickwinkeln und fühlten uns so klein und hilflos zwischen diesen Monstern. Je mehr wir uns den Vulkanen näherten, desto weniger war sichtbares Leben erkennbar. Schilder in der Gefahrenzone von 3km rund um den noch aktiven Vulkan ermahnten uns, schnell zu gehen und keine Pausen zu machen. Bei fliegenden Steinen sollten wir so schnell wie möglich umdrehen! Das letzte Mal ist dieser Vulkan Ende 2012 ausgebrochen.

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The only flowers we spotted

Die einzigen Blümchen, die wir entdecken konnten

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Jetzt konnten wir auch endlich die Smaragdseen sehen. Wir schlitterten mehr als wir liefen, da der Weg aus Steinen und loser Asche bestand und sehr steil war. Das war manchmal ganz schön aufregend, da es links und rechts steil nach unten ging. Ein falscher Schritt und der Krater hätte uns für immer verschluckt! Von nun an ging es auch meistens nach unten, zuerst auf einem Zickzack-Pfad durch eine gräserbewachsene Hochebene und später durch einen endlos erscheinenden Wald bis zum Ende des Weges.

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Für die ca. 21km haben wir fast acht Stunden gebraucht. Diese Wanderung können wir allen, die die Insel besuchen, nur empfehlen. In den nächsten Tagen zeigte sich dann, wir einseitig wir doch unsere Muskeln benutzen. Wir hatten Muskelkater, dass wir kaum noch laufen, geschweige denn auf’s Fahrrad steigen konnten. Für’s Radeln scheinen doch deutlich unterschiedliche Muskeln zum Einsatz zu kommen, als beim Laufen. Das haben wir jetzt schmerzlich unter Beweis gestellt.

Da wir nichts mehr zu essen hatten, mussten wir trotz Muskelkater am nächsten Tag wieder aufbrechen. Fast den ganzen Tag konnten wir noch die Vulkane und schneebedeckten Berge neben uns bewundern und kamen nicht wirklich gut voran, da wir so oft für Fotos anhalten mussten.

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Kiwi birds, yippie! Unfortunately they are threatened and nocturnal animals and we haven't seen any so far.

Kiwis, juhu! Leider sind sie bedroht und dazu noch Nachtvögel und wir haben bisher noch keinen zu Gesicht bekommen.

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Struggling with the mattress in the wind

Der tägliche Kampf mit der Matratze und dem Wind

Die nächsten Tage radelten wir weiter durch wunderschöne Landschaften. Schafe und manchmal auch Kühe, die auf den Weiden grasten, beobachteten neugierig unser Radeln. Wusstet ihr, dass es in Neuseeland mehr Schafe als Einwohner gibt? Ich wette, dass das jedem vom Land der Kiwis bekannt ist.

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Shoe art on a fence along the road

Schuhkunst am Zaun

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Break before the last nasty hill

Noch eine letzte Pause vor dem großen Berg

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Interesting sign at a supermarket: no dirty gumboots.You need to know that there are supermarkets with carpets on the ground!!!

Interessantes Schild vor einem Supermarkt: Dreckige Gummistiefel ausziehen! Das muss man sich mal vorstellen. Aber hier gibt es auch noch Supermärkte mit Teppichboden, daher dann doch verständlich.

Unser Muskelkater legte sich so allmählich, aber ich bekam Rückenschmerzen, die jeden Tag schlimmer wurden. Das Wetter war nach wie vor super, viel Sonne und kühle Nächte, die uns immer gut in unserem Zelt schlafen ließen. Dieser Sommer sei außergewöhnlich, erzählte man uns. Der Verkehr meinte es allerdings nicht gut mit uns. Obwohl uns jeder erzählte, dass er, je weiter wir südlich kommen, immer weniger würde, kam es uns immer noch so vor, als wären viel zu viele Campervans, Lastwägen und sonstige Fahrzeuge unterwegs.  Nach ein Paar Tagen auf gefährlichen Straßen hatten wir die Nasen so gestrichen voll, dass wir für die letzten 120km nach Wellington den Bus genommen haben. Dort blieben wir dann bei einer deutsch-englischen Familie. Mittlerweile hatte ich so starke Rückenschmerzen, dass ich mich kaum noch bewegen konnte und in Wellington einen Arzt aufsuchte. Mit Schmerzmitteln und ein Paar homöopathischen Pillchen war der Spuk nach ein Paar Tagen wieder vorbei und wir beide bereit für mehr Abenteuer auf der Südinsel.

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With our hosts Susanne, Joe and Katrina in Wellington

Mit Susanne, Joe und Katrina in Wellington

Geradelte Kilometer:

29. Januar, Taupo – Tongariro, 77km
30. Januar, Tongariro crossing, 21km walking
31. Januar, Tongariro – Raetihi, 62km
1. Februar, Raetihi – Wanganui, 92km
2. Februar, Wanganui – Bulls, 56km
3. Februar, Bulls – Palmerston North – Wellington, 44km
4. Februar, Wellington, Ruhetag

Gesamtdistanz: 20.981km, davon 807km in Neuseeland

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