Altweibersommer: die letzte Episode

20. März – 14. April 2014 – Auch die folgenden Tage radelten wir, das Wetter war viel zu schön. Blauer Himmel, so gut wie keine Wolken, dafür allerdings frostige Nächte. Das mussten wir natürlich ausnutzen und so blieb unseren müden Körpern nichts anderes übrig als munter weiterzuradeln. Ausruhen musste bis zum nächsten Regen warten.

Von Lake Ohau nach Twizel:

DSCF9197

DSCF9167 DSCF9287 DSCF9242 DSCF9315

P1210848 P1210858

Noch immer befanden wir uns auf dem Alps to Ocean Radweg in Richtung Neuseelands höchstem Berg, Mount Cook auf 3.655m Höhe. Obwohl wir fast ausschließlich auf einer sehr schlechten Straße und Schotterwegen radelten, wo uns dazu noch SUVs mit maximaler Geschwindigkeit überholten, war die Landschaft ein Genuss. Mount Cook war den ganzen Tag direkt vor uns, ein tiefblauer See neben uns und zwitschernde Vögel um uns herum. Wir zelteten auf einer Schaffarm, wo wir in einen Schäferschuppen Toilette und Küche mitbenutzen durften. Leider war keine Schärsaison, die beginnt erst im September und so mussten wir uns mit dem Schlachten von Schweinen zufriedengeben. Unfreiwillig wurden wir hiervon Zeugen. Landleben pur sozusagen! Nach getaner Arbeit unterhielten wir uns noch mit dem Bauern, der noch immer blutverschmiert war. Seine Frau entschuldigte sich mehrfach für die einfache Unterkunft (für die wir im Übrigen nichts bezahlten) und brachte uns später zwei eisgekühlte Biere, um uns stilgerecht den Sonnenuntergang anschauen zu können. Das Leben ist schön.

Clouds are slowly beginning to disappear

So allmählich verschwinden die Wolken

DSCF9350

Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Weiterfahrt erst wenn der Staub sich gelegt hat

Napping!

Ruhepause!

DSCF9510

DSCF9556 DSCF9376 DSCF9391 DSCF9428 DSCF9419

DSCF9516

Waiting for the sunset

Das große Warten auf den Sonnenuntergang

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Trotz zweier Bier – ich trinke ja keines – kann Johan noch wunderbar balancieren

DSCF9579

Morning legs

Lange Beine am frühen Morgen

P1210916

Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Zeit für’s Frühstück

DSCF9662 DSCF9665

Es folgten noch mehr sonnige Tage und wir radelten und radelten und bewunderten unsere Umgebung. Am See Tekapo, der für seinen spektakulären Sternenhimmel bekannt ist, verbrachten wir eine Nacht auf einem der schrecklichsten Campingplätze. Da dieser gleichzeitig auch als Backpacker Hostel diente, befanden sich dort viele junge, nervige weil lärmende Jungendliche, fast alle aus den USA. In dieser Nacht wollten wir eigentlich aufstehen zum Sternegucken. Da wir uns mittlerweile selbst sehr gut kennen und wissen, dass wir nachts nicht aufstehen, wenn wir nicht müssen (darf hier jetzt doppeldeutig verstanden werden), tranken wir viel bevor wir schlafen gingen. Und was passierte? Nichts. Trotz des Lärms schliefen wir wunderbar durch und wachten erst bei Tagesanbruch wieder auf.

DSCF9742 DSCF9705 DSCF9723 DSCF9701

At Lake Tekapo

Am Tekapo See

Most photographed church at Lake Tekapo

Die am meisten fotografierte Kirche Neuseelands am Lake Tekapo

Mittlerweile fuhren wir wieder in Richtung Norden, erst nach Christchurch und dann weiter nach Picton, von wo wir in einigen Wochen unsere endgültige Heimreise antreten würden. Damit befanden wir uns auch wieder auf deutlich befahreneren und weniger hügeligen Straßen und deutlich undramatischeren Landschaften. Gleichzeitig begannen wir auch, uns immer öfters Gedanken über unsere Zukunft zu machen. Unglaublich, wie einerseits die Zeit so schnell vergangen ist und uns andererseits auch wieder sehr lange vorkam aufgrund all unserer Erfahrungen und Erlebnisse.

Unser Hauptaugenmerk galt allerdings zunächst unserer eigenen Sicherheit, denn wir wollten ja am Stück und gesund zu Hause ankommen und nicht das Schicksal mit den vielen Opossums teilen, die viel zu oft als plattgewalzte Flundern auf den Straße endeten. Der Verkehr wurde immer gefährlicher mit rücksichtslosen LKW- und Autofahrern, die viel zu schnell und viel zu dicht an uns vorbei fuhren. Mehr als einmal flüchteten wir in den Straßengraben und jeden Abend waren wir froh, wieder irgendwo heil und ohne Verluste angekommen zu sein. Am Schlimmsten waren die Brücken: die Straße wird dann noch enger, der kleine Seitenstreifen ist dann überhaupt nicht mehr vorhanden und Autos dürfen noch immer mit der Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h über die Brücke brettern. Wir wünschten uns dann immer die schönen kleinen einspurigen Brücken der Westküste zurück, auf denen der Gegenverkehr immer wartete und Autos hinter uns fuhren ohne vorbeizudrängeln, obwohl genügend Platz gewesen wäre. Auf normalen zweispurigen Brücken muss man schon sehr viel Glück haben, wenn ein Fahrer hinterherfährt. Grundsätzlich warteten wir vor einer Brückenüberfahrt, bis weder von vorne noch von hinten Verkehr kam. Dann strampelten wir wie die Gejagten, um es auf die andere Seite zu schaffen, aber waren meist noch immer zu langsam, um es ohne Verkehr über lange Brücken zu schaffen. Einmal fuhr Johan direkt vor mir und ich schaute nur kurz in den Spiegel, um zu sehen, wie sich uns ein riesiger LKW viel zu schnell näherte. Da uns auch Verkehr entgegen kam sah ich nur ein Chance: wir mussten von den Rädern springen und uns über die Seitenbegrenzung lehnen. Ich schrie Johan zu, da er den LKW nicht gesehen hatte, wir hopsten von den Rädern, quetschten uns an die Begrenzung als der LKW ungebremst und mit nur ca. 10cm Abstand an uns vorbei donnerte. Der Gegenverkehr kam völlig zum Erliegen, die Insassen der Autos hatten uns wahrscheinlich schon unter dem LKW gesehen. Einmal mehr wurde uns klar, dass unser Schutzengel gut auf uns aufpasst.

In Christchurch erholten wir uns mehrere Tage bei unseren Radlerfreunden Annika and Roberto, die erst vor Kurzem hierher gezogen sind, um ein Jahr zu arbeiten, bevor die Radreise weitergeht. Wir hatten viel Spaß mit den Beiden und mussten sogar ein Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Richterskala miterleben. Eine für uns sehr beängstigende Erfahrung, aber nichts gegen die Erdbeben von vor zwei Jahren. Noch immer sieht die Stadt wie eine große Baustelle aus mit vielen eingerüsteten Häusern. Trotzdem mochten wir die Stadt und die Art, wie die Einwohner, vor allem in der Containerstadt, mit der Gefahr umgehen und Container in Cafés und Läden umfunktionieren.

Egg hunt at Christchurch

Eiersuche in Christchurch

At the container city

Die Containerstadt

'Green' cash

‘Grünes ‘ Bargeld

With Roberto and Annika

Mit Roberto und Annika

Die letzten Tage in Neuseeland fuhren wir an der wunderschönen Ostküste entlang, erholten uns in einem malerischen Tal im Pedaller’s rest, radelten bei schlechtestem Wetter über zwölf super schwere Hügel, nahmen die Fähre von Picton nach Wellington, auf der ich seekrank wurde, fuhren mit dem Zug zurück nach Auckland und verabschiedeten uns zum letzten Mal von einem herrlichen Land und netten Leuten.

Another nice campsite at the seaside

Zelten am Meer

On one of the last almost traffic free roads

Eine der wenigen Straßen ohne Verkehr an der Ostküste

DSCF9967

A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

Ein Gletscherfluss der sich in ein Bächlein verwandelt hat

DSCF9985

Discovering Kaikoura

Wir entdecken Kaikoura

DSCF0063DSCF0070DSCF0200

Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Obwohl dieser Baum nicht so aussieht, heisst er ‘Kohlbaum’ (cabbage tree), da Captain Cook und Crew die Blätter gekocht und gegessen haben.

DSCF0357

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Hunderte von Pelzrobben, die sich entweder ausruhen oder um die besten Plätze streiten.

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Ein Hummerimbiss, für uns leider zu teuer

Beautiful little rest house

Schöne kleine Pension zwischen Kaikoura und Blenheim

And this is our small space

Und das ist unser kleines Zimmer in der Pension

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Mit Don, bei dem wir übernachten durften, nachdem wir acht Stunden im strömenden Regen radelten.

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan bindet die Räder auf der Fähre fest

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Gemeinsam mit der Mete-Familie in Auckland, zwei Familienmitglieder fehlen noch.

Last day riding in Auckland

Letzter Fahrradtag in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Und hier werden die Fahrräder wieder für eine laaaaange Reise vorbereitet.

Geradelte Kilometer:

20. März, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21. March, Twizel – Braemar Station, 46km
22. March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23. March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24. March, Fairlie – Timaru, 59km
25. March, rest day
26. March, Timaru – Ashburton, 98km
27. March, Ashburton – Christchurch, 107km
28. – 31. March, Christchurch, 35km
1. April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2. April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3. April, Wairau – Kaikoura, 89km
4. April Kairkoura, rest day
5. April, Kairoura – Ward, 77km
6. April, Ward, rest day
7. April, Ward – Blenheim, 61km
8. April, Blenheim, rest day
9. April, Blenheim – Picton, 64km
10. April, Picton – Wellington, 37km
11. April, Wellington – Auckland by train
12. – 14. April, Auckland, 100km

Gesamtdistanz: 24.215km, davon 4.045km in New Zealand

 

 

Advertisements

Indian summer: the final episode

20 March – 14 April, 2014 – We continued cycling the following days as the weather was still exceptionally good. Clear blue skies all day long, hardly any clouds and sometimes frosty nights. We didn’t want to miss out on scenery just because our bodies might want to rest for a day. They had to wait until the next rainy day.

From Lake Ohau to Twizel:

DSCF9197

DSCF9167 DSCF9287 DSCF9242 DSCF9315

P1210848 P1210858

We were still following the Alps to Ocean cycle trail heading towards New Zealand’s highest mountain: Mount Cook at 3,755m. Despite cycling on a first poor and bumpy path and later on a loose gravel road with 4x4s passing us at maximum speed we enjoyed the outstanding scenery with Mount Cook right in front of us, an emerald blue lake next to us and tweeting birds around us. We pitched our tent at a sheep farm, where we used the shearers’ basic toilet and kitchen facilities. Unfortunately shearing wouldn’t begin before September and we missed out on an opportunity to see them in action. Instead we became unvoluntary witnesses of the slaughtering of two farm pigs. Farm life at its best. We had a nice chat with the farmer, still blood smeared all over his clothes and his wife who apologized several times for the basic facilities we’ve been provided with. Later she brought us two ice-cold beers for our sundowner at Mount Cook. Life is good!

Clouds are slowly beginning to disappear

Clouds are slowly beginning to disappear

DSCF9350

Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Waiting for the dust to disappear

Napping!

Napping!

DSCF9510

DSCF9556 DSCF9376 DSCF9391 DSCF9428 DSCF9419

DSCF9516

Waiting for the sunset

Waiting for the sunset

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

DSCF9579

Morning legs

Long morning legs

P1210916

Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Cooking breakfast in the shearers’ kitchen

DSCF9662 DSCF9665

More sunny days followed and we continued cycling and admiring the surroundings. At Lake Tekapo, recognized as having the most spectacular night sky in New Zealand, we spent a night at one of the worst campsites on the island. As it also functions as a backpacker’s hostel we had to share it with a lot of very young, annoying and noisy backpackers, most of them Americans. That night we actually wanted to get up to watch the starry sky. Knowing we wouldn’t manage by just setting an alarm we drunk a lot before bedtime as we thought we then won’t have a choice. And guess what happened? Despite a lot of tea and despite the noise around us we still didn’t manage to get out of our cosy sleeping bags. It was another freezing cold night and the lack of rest days made us really want to stay inside the tent.

DSCF9742 DSCF9705 DSCF9723 DSCF9701

At Lake Tekapo

At Lake Tekapo

Most photographed church at Lake Tekapo

Most photographed church in New Zealand at Lake Tekapo

We were now on our way north again, first heading to Christchurch and then back to Picton, where we would begin our journey homewards. This also meant busier and flatter roads and less dramatic scenery. It also meant that we more and more often started to discuss what we would do once back home. Amazing how on one hand time passes so quickly and on the other hand it feels so long with all our experiences and memories from our adventures.

But our main concern was still getting home in one piece instead of sharing the destiny of the many possums that end flat as pancakes on the roads. Traffic became ridiculously dangerous with reckless drivers, trucks and cars passing without giving us enough space. We jumped off the roads more than once. Each evening we were glad we made it to the next destination. Worst were the bridges: the roads get even narrower than they already are, a sometimes small shoulder disappears completely and cars are allowed to continue driving at a maximum speed of 100km/h. We were thinking of the wonderful one-lane-bridges at the west coast where all drivers waited patiently either on the other side of the bridge or drove carefully behind us, even though they could have easily passed us. On two-lane-bridges you really need to be lucky if a car or truck stays behind you. We usually only started crossing bridges, when there was no traffic behind us. We pedaled as if the devil was behind us, but often still were too slow to completely cross without passing traffic. At one point, Johan was cycling right in front of me, I checked my mirror and saw a huge truck approaching quickly at a for us horrendous speed. With opposite traffic our only chance to survive this was to jump off the bikes. I yelled at Johan to warn him that the truck was getting closer without braking and within seconds we both were off the bikes and hung against the railing to make ourselves as small as possible. The truck passed and left about 10cm between us, all opposite traffic came to a halt and we knew once more that someone is watching closely over us.

In Christchurch we relaxed a few days with our cycling friends Annika and Roberto, who just settled there to work for a year before they will continue their cycling adventure. We had a lot of fun and even experienced a magnitude 4.3 earthquake. Scary for us but nothing compared to the devastating earthquakes two years earlier. The city still looks like one big construction site with a lot of old building in scaffoldings. However, we very much liked the spirit and creativity at the container city with colourful containers functioning as shops and cafes.

Egg hunt at Christchurch

Egg hunt at Christchurch

At the container city

At the container city

'Green' cash

‘Green’ cash

With Roberto and Annika

With Roberto and Annika

The last days we continued along the beautiful eastern coastline, rested in a picturesque valley at the Pedaller’s rest, cycled in the worst weather ever over twelve super difficult hills, took the ferry from Picton to Wellington, where I got seasick, took the train back to Auckland and finally said our last goodbyes to a wonderful country and wonderful people.

Another nice campsite at the seaside

Another nice campsite at the seaside

On one of the last almost traffic free roads

On one of the last almost traffic free roads

DSCF9967

A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

A glacial river turned into a creek

DSCF9985

Discovering Kaikoura

Discovering Kaikoura

DSCF0063DSCF0070DSCF0200

Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Even though not looking like it this tree is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew cooked the leaves and ate them

DSCF0357

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap or fighting for the best spot

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Beautiful little rest house

Beautiful little rest house between Kaikoura and Blenheim

And this is our small space

And this is our small space at the rest house

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan fixing the bikes on the ferry

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Last day riding in Auckland

Last day riding in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Packing the bikes for a loooong journey home

Distances cycled:

20 March, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21 March, Twizel – Braemar Station, 46km
22 March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23 March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24 March, Fairlie – Timaru, 59km
25 March, rest day
26 March, Timaru – Ashburton, 98km
27 March, Ashburton – Christchurch, 107km
28 – 31 March, Christchurch, 35km
1 April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2 April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3 April, Wairau – Kaikoura, 89km
4 April Kairkoura, rest day
5 April, Kairoura – Ward, 77km
6 April, Ward, rest day
7 April, Ward – Blenheim, 61km
8 April, Blenheim, rest day
9 April, Blenheim – Picton, 64km
10 April, Picton – Wellington, 37km
11 April, Wellington – Auckland by train
12 – 14 April, Auckland, 100km

Total distances cycled: 24,215km of which 4045km in New Zealand

 

 

 

Albtraum Cameron Hochland

2. – 9. September 2013 – Am 2. September war es dann endlich soweit, wir haben uns wieder auf den Weg gemacht. Zunächst ging es erst einmal 40km auf einer stark befahrenen Schnellstraße in Richtung Süden, bevor wir Richtung Küste auf ruhigere Straßen abbiegen konnten. Ich habe das bereits erwähnt, aber leider macht uns das Radfahren in Malaysia wegen der stark befahrenen Straßen nicht so viel Spaß. Außerdem gibt es fast nie einen Seitenstreifen, noch nicht einmal auf den Schnellstraßen. Jeder scheint ein Auto zu haben und die Autofahrer kennen auch hier nur eine Geschwindigkeit und das ist die Höchstgeschwindigkeit. Entspannt radeln war einmal! Unsere Augen sind die ganze Zeit ausschließlich auf  die Straße oder den vorbei rauschenden Verkehr ausgerichtet und wir haben kaum die Möglichkeit, die schöne Landschaft zu bewundern. Selbst Nebenstraßen und Straßen die so klein sind, dass sie nicht einmal auf unserer Karte erscheinen, sind stark befahren und wir hofften, dass es im Osten Malaysias etwas besser werden würde.

Am ersten Tag dieser Etappe sind wir viel weiter gekommen als erwartet, da wir Rückenwind hatten. Das hat mal so richtig Spaß gemacht mit Geschwindigkeiten von durchschnittlich 27km/h auf flachen Straßen. Das passiert uns nicht oft. Mittlerweile regnet es übrigens wieder jeden Tag, wir nähern uns mal wieder dem Monsun, der so richtig im November beginnt. Normalerweise fängt der Regen am späten Nachmittag an, dauert ungefähr eine Stunde und dann ist alles vorbei. Manchmal ist das eine willkommene Pause für uns, aber meistens fängt der Regen nur ein Paar Minuten zu früh an, was für uns bedeutet, dass wir erst am Abend ankommen. Bisher noch immer vor Einbruch der Dunkelheit, aber leider eine bis zwei Stunden zu spät, um noch ein bisschen auszuruhen.

Tailwind

Rückenwind

Wir sind einen Tag in Taiping geblieben, um den größten Mangrovenwald Malaysias zu besichtigen. Dieser Wald macht 60% des gesamten Küstenwaldbestandes aus. Überall wurde Wald abgeholzt, um Platz für Palmölplantagen und Garnelenfarmen zu machen. Der verheerende Tsunami in 2004 hat dann gezeigt, wofür die Mangrovenwälder gut sind und im Land wird nun langsam wieder aufgeforstet.

DSCF7975

Palm-oil plantations on our way to the mangrove forest

Palmoölplantagen auf dem Weg zum Mangrovenwald

Am nächsten Tag mussten wir wieder die Schnellstraße nehmen, es gab keine andere Möglichkeit. Ein weiterer stressiger Tag, an dem wir mehr Abgase als Sauerstoff eingeatmet haben und die wunderschöne Umgebung um uns herum kaum wahrgenommen haben. Auf ungefähr halbem Weg hielten wir in der königlichen Stadt Kuala Kangsar an, um dort zu Mittag zu essen und haben uns gleich die königlichen alten und neuen Paläste und die angeblich schönste Moschee Malaysias angeschaut. Zum Mittagessen wurden wir übrigens von einem pensionierten Lehrer eingeladen, der uns dann auch in seiner Heimatstadt herumgeführt hat. Trotz ihres absurden Fahrverhaltens finden wir die Menschen in Malaysia noch immer außerordentlich freundlich und zuvorkommend. Wie immer regnete es gegen später und wir pausierten für eine Stunde um dann mal wieder spät in Ipoh anzukommen.

Unfortunately we had to wear mask again, too much car exhaust

Leider mussten wir wieder Gesichtsmasken tragen, anders waren die Abgase nicht zu ertragen.

Arriving at the Royal Town

In der ‘Königlichen Stadt’ angekommen

Die wunderschöne Moschee:

P1090197 P1090200 DSCF8075

Alter königlicher Palast:

DSCF8102

Our 'tour guide'

Unser ‘Reiseführer’

Am nächsten Tag haben wir Ipoh besichtigt, da es hier noch viele schöne Kolonialhäuser wie z.B. den Bahnhof und alte chinesische Läden gibt. Wir waren nicht wirklich von der Stadt beeindruckt und freuten uns auf die nächsten Tage, da wir nun ins Hochland in die frische Luft fahren würden.

Offloading goods in front of a warehouse

Abladen eines LKWs vor einem Lager

A typical Chinese shop

Ein typisch chinesischer Laden

DSCF7959

The old colonial train station

Der alte Bahnhof im Kolonialstil

Der Tag des Anstiegs fing nicht wirklich gut an. Um kurz nach 7 Uhr hätte es losgehen können, wäre da nicht der Platten an meinem Fahrrad gewesen. 30 Minuten später machten wir uns dann endlich auf den Weg, natürlich im Regen und auf wie immer vollen Straßen. An der Kreuzung in Richtung Cameron Highlands, ca. 14km nach unserem Start, hatte ich schon wieder einen Platten und wir legten eine weitere Zwangspause ein. Abladen, reparieren – mein Hinterrad bekam sogar einen neuen Mantel, wahrscheinlich kamen die vielen Platten von meinem abgefahrenen Hinterreifen – alles wieder aufladen und weiter ging’s. Nur leider funktionierte plötzlich meine Gangschaltung nicht mehr. So langsam waren wir beide ziemlich genervt. Johan vermutete, dass wir eine Schraube verloren hatten und wir suchten den gesamten Parkplatz ab, konnten aber nichts finden. Also wieder alles abgeladen, Rad ausmontieren und noch mehr schauen. Es hat ungefähr eine halbe Stunde gedauert um festzustellen, dass die Kette vom Zahnrad gesprungen war. Jetzt mussten wir doch über unsere eigene Blödheit lachen und hofften, dass das die Pannen für heute waren.

Nun konnte es endlich losgehen. Fast den ganzen Tag fuhren wir auf steigenden Straßen im Dauerregen. Ab und zu ging es mal für kurze Stücke etwas steiler hoch aber insgesamt war die Steigung doch sehr moderat und selbst mit unserem Gepäck einigermaßen machbar. Insgesamt sollten wir 60km bergauf fahren, die längste Strecke, die wir je hochgefahren sind. Leider war die Straße auch hier sehr befahren, obwohl uns viele Leute vorher versicherten, dass hier nicht viel los sei und uns höchstens ein Paar Gemüselastwägen überholen würden. Von wegen, es war Freitag und viele Malaysier verbrachten ihr Wochenende im erfrischenden Hochland. Die sehr schöne Landschaft konnten wir leider nur erahnen, wenn die Wolken ab und zu mal aufrissen und wir einen Blick ins Tal und über die Berge erhaschen konnten. Je später es wurde desto mehr regnete es und desto stärker wurde der Verkehr. Das Radeln hat nicht wirklich Spaß gemacht und gegen 16 Uhr und 19km vor dem nächsten Dorf beschlossen wir einen LKW anzuhalten, der uns mitnehmen sollte. Mittlerweile war es schon so gut wie dunkel, da wir durch schwarze Regenwolken radelten und die Temperaturen sind von 30 auf 18 Grad Celsius gesunken. Bis hier sind wir bereits 40km bergauf gefahren auf eine Höhe von ca. 1.200m. Nach 45 Minuten hielt endlich ein Auto mit einem Fahrer an, der bereit war, zwei müffelnde und klatschnasse Radler ins Auto zu lassen und zwei dreckige und vollbeladene Räder auf die Pritsche zu laden.

Leaving Ipoh

Kurz hinter Ipoh

P1190485 P1190482

Roadkill

Überfahrener Varan

P1090223

Und zum Glück hielt dieser Fahrer an, da er uns dann auch gleich einen Schlafplatz organisiert hat, da es im nächsten Dorf nämlich kein Hotel gab. Am nächsten Tag sind wir weitere 22km gefahren, dieses Mal über sehr steile Berge, um in das nächste Dorf zu kommen. Der Verkehr war mal wieder abartig und das auf einer kleinen, kurvigen Straße. Stinkende Busse transportierten hunderte Touristen zu den Attraktionen des Hochlands. Hinter fast jeder Kurve waren Touristenstände aufgebaut, um überteuertes Obst, Gemüse und Tee zu verkaufen. Die Berge selbst waren total verschandelt von Gewächshäusern, Hotels und Baustellen. Und zu allem Übel gab es keine Erdbeeren, auf die wir uns so gefreut hatten. Die Saison sollte erst in einem Monat starten. Was für eine Enttäuschung.

'Quiet and pretty Cameron highlands? Did we miss something?'

‘Ruhiges und schönes Cameron Hochland? Haben wir irgendetwas verpasst?’

This chap is clearly proud of his heritage...

Ein stolzer Malaysier

P1190520 P1190500

P1090250

Endlich in unserer Pension angekommen waren wir so frustriert über diesen viel zu touristischen Ort, dass wir so schnell wie möglich wieder abreisen wollten. Wir mussten uns einen Tag von den ‘Bergauf-Strapazen’ erholen, den wir nutzten, um unsere Armbänder zu verkaufen und sind dann am darauf folgenden Tag abgereist. Wir mussten eine lange Distanz überwinden, aber da es anscheinend nur bergab gehen sollte, gingen wir den Tag ruhig an. Wir haben unser Essen für den Tag gekauft, sind an wunderschönen Teeplantagen vorbeigefahren und haben die 50km abwärts mehr als genossen – wir fuhren auf einer nagelneuen und kaum befahrenen Straße. Auch hier versicherte man uns, dass es weiterhin nur bergab gehen würde. Leider war dem nicht so, die Straße wurde plötzlich stark hügelig und wir schlecht gelaunt. Normalerweise macht es uns nichts aus, auf bergigen Straßen zu fahren, solange wir uns darauf einstellen können. Wir waren aber nicht darauf eingestellt und deswegen war der Tag für uns sowohl mental als auch physisch eine Strapaze. Wir konnten unser Tagesziel auch nicht erreichen und mussten mit einer fürchterlichen, da sehr dreckigen Unterkunft Vorlieb nehmen, da wir aufgrund des Regens keine Lust auf zelten hatten.

Teeplantagen:

DSCF8269 DSCF8286

P1190539

Abwärts:

Finally downhill

Endlich!

Only downhill?!?

Wie, ich dachte wir fahren nur runter?!?

Palm-oil plantations at the bottom of the highlands

Palmölplantagen am Fuße des Hochlands

Und was lernen wir daraus: Traue niemals Nicht-Radfahrern zu, das Profil einer Straße korrekt einzuschätzen. Nie, nie, nie, nie, NIE!

Geradelte Kilometer:
2. September, George Town – Taiping: 115km
3. September, Taiping – K. Sepetang – Taiping: 39km
4 .September, Taiping – Kuala Kangsar – Ipoh: 95km
5. September, Ruhetag in Ipoh
6. September, Ipoh – Kampung Raja: 54 km
7. September, Kampung Raja – Tanah Rata: 22km
8. September, Ruhetag in Tanah Rata
9. September, Tanah Rata – Kuala Medang: 103km

Gesamtdistanz: 15.937km, davon 695km in Malaysia

Nightmare Cameron highlands

2 – 9 September, 2013 – We finally left Penang on 2 September and continued cycling on the busy highway for about 40km before we could cycle along the coast on quieter roads. I mentioned it before but cycling in Malaysia isn’t too much fun, there is too much traffic and most roads, even highways, usually don’t have shoulders. As everyone needs to speed all the time and everybody seems to have a car, cycling isn’t relaxed anymore. Our eyes are fixed on the road and the traffic all the time. There is not even time anymore to appreciate the landscape.

Unfortunately also secondary and tertiary roads are very busy and even the roads that are too small to be featured on our map are traffic heavy and we were hoping to get some relief from the traffic once we hit the east coast.

The first day we cycled many more kilometers than expected as for once we were cycling with the wind. That was real fun, a speed of around 27km/h on a flat road for hours! That doesn’t happen often. By now it is also raining every day again, we are getting closer to the monsoon, which starts in November. Usually the rain begins in the afternoon, it pours for about an hour, and then stops again. This is sometimes a welcome break for us, but mostly the rain comes just a few minutes too early and makes us arrive in the evening only. Still before it gets dark, but just an hour or two too late to be able to relax.

Tailwind

Tailwind

We spent one day in Taiping to visit the largest mangrove forest Malaysia’s, which comprises around 60% of Malaysia’s forests. A lot of forest has been cut down to make space for palm-oil plantations and/or shrimp farms. The devastating tsunami in 2004 demonstrated what the mangroves are good for and they now slowly start reforesting the coasts.

DSCF7975

Palm-oil plantations on our way to the mangrove forest

Palm-oil plantations on our way to the mangrove forest

The following day we had to cycle on the highway again as there was no other option. Another stressful day inhaling car and truck exhaust without being able to enjoy the beautiful surroundings. Halfway to Ipoh we had lunch in the royal city Kuala Kangsar and visited the royal palaces – old and new – and the mosque which is said to be the most beautiful mosque in Malaysia. We actually got invited for lunch by a retired teacher who also showed us around in his home town. Despite their weird driving behaviors people remain to be extraordinary friendly and welcoming. After the usual one-hour-rain break we once more arrived late in Ipoh.

Unfortunately we had to wear mask again, too much car exhaust

Unfortunately we had to wear masks again, too much car exhaust

Arriving at the Royal Town

Arriving at the Royal Town

The beautiful mosque:

P1090197 P1090200 DSCF8075

At the old royal palace:

DSCF8102

Our 'tour guide'

Our ‘tour guide’

The following day we spent sightseeing in Ipoh as the city has a few nice colonial buildings including the train station and still a lot of old Chinese shophouses. However, the city didn’t really impress us much and we were looking forward to some fresh air as we were now heading towards the Cameron highlands.

Offloading goods in front of a warehouse

Offloading goods in front of a warehouse

A typical Chinese shop

A typical Chinese shop

DSCF7959

The old colonial train station

The old colonial train station

The day of the climb didn’t start off very well. We were ready to leave shortly after seven when we noticed a flat tire on my bike. With a 30-minute-delay we headed off on the already busy highway in the rain. Once on the junction to the highlands and only 14km into the ride and the only I had another puncture. So we unloaded my bike, Johan fixed the puncture and mounted a brand-new tire as we assumed that my worn tire was the reason for so many punctures recently. Once reloaded we tried to head off, but my gears suddenly wouldn’t work anymore. By now we were getting really annoyed and Johan thought we had lost a screw and we searched everywhere without finding anything. Once more I unloaded my bike and Johan checked everything that possibly could be the reason for the defect only to discover about 30 minutes later that the chain wasn’t properly fixed. We had a good laugh at ourselves and headed off hoping that these would remain the only failures for the rest of the day.

Now the climb begun. Most of the day we cycled in the rain on moderately climbing roads with a few steeper parts in between. We knew we had to climb for about 60km, our longest climb ever. Despite many people telling us that there wouldn’t be any traffic except for a few vegetable trucks it was again extremely busy. It was Friday and many locals spent their weekends in the refreshing highlands. The scenery must have been beautiful as well, we caught a few glimpses into the valley and over the rolling hills during the short periods of clear sky. The longer we cycled the rainier it got and the more cars went up as well. We didn’t really enjoy the ride and at around 4pm – by now it was almost dark as we were cycling in the black rain clouds – and 19km before the next village we decided to ask a truck driver to give us a lift up. By then we had cycled 40km uphill to an altitude of approximately 1,200m. The temperature had also dropped from around 30 to 18 degrees C. It took us about 45 minutes to find someone who was willing to let two stinky and soaking wet cyclists into their pickup car and two dirty bikes on the cargo area in the back.

Leaving Ipoh

Leaving Ipoh

P1190485 P1190482

Roadkill

Roadkill

P1090223

And thankfully we met these two guys as they organized a place where we could stay, this first village in the mountains didn’t have any hotels or guesthouses. The following day we cycled another 22km on rolling and very steep hills to get to our final destination in the highlands. Traffic was horrendous on a small winding road. Stinking buses carried hundreds of tourists up to the many attractions in the hills. Tourist stalls greeted us around every corner selling expensive vegetables, fruit and tea. The mountains were spoilt by greenhouses, hotels and construction sites. We were so much looking forward to eating the famous highland strawberries only to learn that the season would only start in a month or so. One more disappointment!

'Quiet and pretty Cameron highlands? Did we miss something?'

‘Quiet and pretty Cameron highlands? Did we miss something?’

This chap is clearly proud of his heritage...

This chap is clearly proud of his heritage…

P1190520 P1190500

P1090250

By the time we arrived at our guesthouse we were so frustrated by this extremely touristy place that we decided to leave as soon as possible. We needed a rest day to recover from all the climbing which we used to sell our bracelets and left again the following day. We had a long distance to cover but as we were told we would only go downhill we took it quite easy. We bought our food for the day, cycled past beautiful tea plantations and enjoyed our 50km downhill on a brand-new and empty road. Despite everybody continued to assure us that we would only go downhill, we continued on heavily undulating roads. We both became grumpy. Normally we wouldn’t mind cycling on undulating hills, but it is a different story if you expect downhills. We weren’t prepared for tough riding, hence it was mentally as stressful as physically.That day we didn’t reach the town we wanted to get to and only found a horrible place to stay for the night, the filthiest ever but with the daily rain showers we weren’t in a camping mood.

Beautiful tea plantations:

DSCF8269 DSCF8286

P1190539

Going down:

Finally downhill

Finally downhill

Only downhill?!?

Only downhill?!?

Palm-oil plantations at the bottom of the highlands

Palm-oil plantations at the bottom of the highlands

The lesson learned for this part of the trip: never trust non-cyclists on their ability to judge the profile of a road. Never, ever!

Distances cycled:
2 September, Georgetown – Taiping: 115km
3 September, Taiping – K. Sepetang – Taiping: 39km
4 September, Taiping – Kuala Kangsar – Ipoh: 95km
5 September, restday in Ipoh
6 September, Ipoh – Kampung Raja: 54 km
7 September, Kampung Raja – Tanah Rata: 22km
8 September, restday in Tanah Rata
9 September, Tanah Rata – Kuala Medang: 103km

Total distance cycled: 15,937km of which 695km in Malaysia