Altweibersommer: die letzte Episode

20. März – 14. April 2014 – Auch die folgenden Tage radelten wir, das Wetter war viel zu schön. Blauer Himmel, so gut wie keine Wolken, dafür allerdings frostige Nächte. Das mussten wir natürlich ausnutzen und so blieb unseren müden Körpern nichts anderes übrig als munter weiterzuradeln. Ausruhen musste bis zum nächsten Regen warten.

Von Lake Ohau nach Twizel:

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Noch immer befanden wir uns auf dem Alps to Ocean Radweg in Richtung Neuseelands höchstem Berg, Mount Cook auf 3.655m Höhe. Obwohl wir fast ausschließlich auf einer sehr schlechten Straße und Schotterwegen radelten, wo uns dazu noch SUVs mit maximaler Geschwindigkeit überholten, war die Landschaft ein Genuss. Mount Cook war den ganzen Tag direkt vor uns, ein tiefblauer See neben uns und zwitschernde Vögel um uns herum. Wir zelteten auf einer Schaffarm, wo wir in einen Schäferschuppen Toilette und Küche mitbenutzen durften. Leider war keine Schärsaison, die beginnt erst im September und so mussten wir uns mit dem Schlachten von Schweinen zufriedengeben. Unfreiwillig wurden wir hiervon Zeugen. Landleben pur sozusagen! Nach getaner Arbeit unterhielten wir uns noch mit dem Bauern, der noch immer blutverschmiert war. Seine Frau entschuldigte sich mehrfach für die einfache Unterkunft (für die wir im Übrigen nichts bezahlten) und brachte uns später zwei eisgekühlte Biere, um uns stilgerecht den Sonnenuntergang anschauen zu können. Das Leben ist schön.

Clouds are slowly beginning to disappear

So allmählich verschwinden die Wolken

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Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Weiterfahrt erst wenn der Staub sich gelegt hat

Napping!

Ruhepause!

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Waiting for the sunset

Das große Warten auf den Sonnenuntergang

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Trotz zweier Bier – ich trinke ja keines – kann Johan noch wunderbar balancieren

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Morning legs

Lange Beine am frühen Morgen

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Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Zeit für’s Frühstück

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Es folgten noch mehr sonnige Tage und wir radelten und radelten und bewunderten unsere Umgebung. Am See Tekapo, der für seinen spektakulären Sternenhimmel bekannt ist, verbrachten wir eine Nacht auf einem der schrecklichsten Campingplätze. Da dieser gleichzeitig auch als Backpacker Hostel diente, befanden sich dort viele junge, nervige weil lärmende Jungendliche, fast alle aus den USA. In dieser Nacht wollten wir eigentlich aufstehen zum Sternegucken. Da wir uns mittlerweile selbst sehr gut kennen und wissen, dass wir nachts nicht aufstehen, wenn wir nicht müssen (darf hier jetzt doppeldeutig verstanden werden), tranken wir viel bevor wir schlafen gingen. Und was passierte? Nichts. Trotz des Lärms schliefen wir wunderbar durch und wachten erst bei Tagesanbruch wieder auf.

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At Lake Tekapo

Am Tekapo See

Most photographed church at Lake Tekapo

Die am meisten fotografierte Kirche Neuseelands am Lake Tekapo

Mittlerweile fuhren wir wieder in Richtung Norden, erst nach Christchurch und dann weiter nach Picton, von wo wir in einigen Wochen unsere endgültige Heimreise antreten würden. Damit befanden wir uns auch wieder auf deutlich befahreneren und weniger hügeligen Straßen und deutlich undramatischeren Landschaften. Gleichzeitig begannen wir auch, uns immer öfters Gedanken über unsere Zukunft zu machen. Unglaublich, wie einerseits die Zeit so schnell vergangen ist und uns andererseits auch wieder sehr lange vorkam aufgrund all unserer Erfahrungen und Erlebnisse.

Unser Hauptaugenmerk galt allerdings zunächst unserer eigenen Sicherheit, denn wir wollten ja am Stück und gesund zu Hause ankommen und nicht das Schicksal mit den vielen Opossums teilen, die viel zu oft als plattgewalzte Flundern auf den Straße endeten. Der Verkehr wurde immer gefährlicher mit rücksichtslosen LKW- und Autofahrern, die viel zu schnell und viel zu dicht an uns vorbei fuhren. Mehr als einmal flüchteten wir in den Straßengraben und jeden Abend waren wir froh, wieder irgendwo heil und ohne Verluste angekommen zu sein. Am Schlimmsten waren die Brücken: die Straße wird dann noch enger, der kleine Seitenstreifen ist dann überhaupt nicht mehr vorhanden und Autos dürfen noch immer mit der Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h über die Brücke brettern. Wir wünschten uns dann immer die schönen kleinen einspurigen Brücken der Westküste zurück, auf denen der Gegenverkehr immer wartete und Autos hinter uns fuhren ohne vorbeizudrängeln, obwohl genügend Platz gewesen wäre. Auf normalen zweispurigen Brücken muss man schon sehr viel Glück haben, wenn ein Fahrer hinterherfährt. Grundsätzlich warteten wir vor einer Brückenüberfahrt, bis weder von vorne noch von hinten Verkehr kam. Dann strampelten wir wie die Gejagten, um es auf die andere Seite zu schaffen, aber waren meist noch immer zu langsam, um es ohne Verkehr über lange Brücken zu schaffen. Einmal fuhr Johan direkt vor mir und ich schaute nur kurz in den Spiegel, um zu sehen, wie sich uns ein riesiger LKW viel zu schnell näherte. Da uns auch Verkehr entgegen kam sah ich nur ein Chance: wir mussten von den Rädern springen und uns über die Seitenbegrenzung lehnen. Ich schrie Johan zu, da er den LKW nicht gesehen hatte, wir hopsten von den Rädern, quetschten uns an die Begrenzung als der LKW ungebremst und mit nur ca. 10cm Abstand an uns vorbei donnerte. Der Gegenverkehr kam völlig zum Erliegen, die Insassen der Autos hatten uns wahrscheinlich schon unter dem LKW gesehen. Einmal mehr wurde uns klar, dass unser Schutzengel gut auf uns aufpasst.

In Christchurch erholten wir uns mehrere Tage bei unseren Radlerfreunden Annika and Roberto, die erst vor Kurzem hierher gezogen sind, um ein Jahr zu arbeiten, bevor die Radreise weitergeht. Wir hatten viel Spaß mit den Beiden und mussten sogar ein Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Richterskala miterleben. Eine für uns sehr beängstigende Erfahrung, aber nichts gegen die Erdbeben von vor zwei Jahren. Noch immer sieht die Stadt wie eine große Baustelle aus mit vielen eingerüsteten Häusern. Trotzdem mochten wir die Stadt und die Art, wie die Einwohner, vor allem in der Containerstadt, mit der Gefahr umgehen und Container in Cafés und Läden umfunktionieren.

Egg hunt at Christchurch

Eiersuche in Christchurch

At the container city

Die Containerstadt

'Green' cash

‘Grünes ‘ Bargeld

With Roberto and Annika

Mit Roberto und Annika

Die letzten Tage in Neuseeland fuhren wir an der wunderschönen Ostküste entlang, erholten uns in einem malerischen Tal im Pedaller’s rest, radelten bei schlechtestem Wetter über zwölf super schwere Hügel, nahmen die Fähre von Picton nach Wellington, auf der ich seekrank wurde, fuhren mit dem Zug zurück nach Auckland und verabschiedeten uns zum letzten Mal von einem herrlichen Land und netten Leuten.

Another nice campsite at the seaside

Zelten am Meer

On one of the last almost traffic free roads

Eine der wenigen Straßen ohne Verkehr an der Ostküste

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A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

Ein Gletscherfluss der sich in ein Bächlein verwandelt hat

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Discovering Kaikoura

Wir entdecken Kaikoura

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Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Obwohl dieser Baum nicht so aussieht, heisst er ‘Kohlbaum’ (cabbage tree), da Captain Cook und Crew die Blätter gekocht und gegessen haben.

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Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Hunderte von Pelzrobben, die sich entweder ausruhen oder um die besten Plätze streiten.

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Ein Hummerimbiss, für uns leider zu teuer

Beautiful little rest house

Schöne kleine Pension zwischen Kaikoura und Blenheim

And this is our small space

Und das ist unser kleines Zimmer in der Pension

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Mit Don, bei dem wir übernachten durften, nachdem wir acht Stunden im strömenden Regen radelten.

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan bindet die Räder auf der Fähre fest

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Gemeinsam mit der Mete-Familie in Auckland, zwei Familienmitglieder fehlen noch.

Last day riding in Auckland

Letzter Fahrradtag in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Und hier werden die Fahrräder wieder für eine laaaaange Reise vorbereitet.

Geradelte Kilometer:

20. März, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21. March, Twizel – Braemar Station, 46km
22. March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23. March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24. March, Fairlie – Timaru, 59km
25. March, rest day
26. March, Timaru – Ashburton, 98km
27. March, Ashburton – Christchurch, 107km
28. – 31. March, Christchurch, 35km
1. April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2. April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3. April, Wairau – Kaikoura, 89km
4. April Kairkoura, rest day
5. April, Kairoura – Ward, 77km
6. April, Ward, rest day
7. April, Ward – Blenheim, 61km
8. April, Blenheim, rest day
9. April, Blenheim – Picton, 64km
10. April, Picton – Wellington, 37km
11. April, Wellington – Auckland by train
12. – 14. April, Auckland, 100km

Gesamtdistanz: 24.215km, davon 4.045km in New Zealand

 

 

Indian summer: the final episode

20 March – 14 April, 2014 – We continued cycling the following days as the weather was still exceptionally good. Clear blue skies all day long, hardly any clouds and sometimes frosty nights. We didn’t want to miss out on scenery just because our bodies might want to rest for a day. They had to wait until the next rainy day.

From Lake Ohau to Twizel:

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We were still following the Alps to Ocean cycle trail heading towards New Zealand’s highest mountain: Mount Cook at 3,755m. Despite cycling on a first poor and bumpy path and later on a loose gravel road with 4x4s passing us at maximum speed we enjoyed the outstanding scenery with Mount Cook right in front of us, an emerald blue lake next to us and tweeting birds around us. We pitched our tent at a sheep farm, where we used the shearers’ basic toilet and kitchen facilities. Unfortunately shearing wouldn’t begin before September and we missed out on an opportunity to see them in action. Instead we became unvoluntary witnesses of the slaughtering of two farm pigs. Farm life at its best. We had a nice chat with the farmer, still blood smeared all over his clothes and his wife who apologized several times for the basic facilities we’ve been provided with. Later she brought us two ice-cold beers for our sundowner at Mount Cook. Life is good!

Clouds are slowly beginning to disappear

Clouds are slowly beginning to disappear

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Mount Cook

Mount Cook

Waiting for the dust to disappear

Waiting for the dust to disappear

Napping!

Napping!

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Waiting for the sunset

Waiting for the sunset

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

Johan still able to balance an empty beer bottle after having killed two

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Morning legs

Long morning legs

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Cooking breakfast in the shearers' kitchen

Cooking breakfast in the shearers’ kitchen

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More sunny days followed and we continued cycling and admiring the surroundings. At Lake Tekapo, recognized as having the most spectacular night sky in New Zealand, we spent a night at one of the worst campsites on the island. As it also functions as a backpacker’s hostel we had to share it with a lot of very young, annoying and noisy backpackers, most of them Americans. That night we actually wanted to get up to watch the starry sky. Knowing we wouldn’t manage by just setting an alarm we drunk a lot before bedtime as we thought we then won’t have a choice. And guess what happened? Despite a lot of tea and despite the noise around us we still didn’t manage to get out of our cosy sleeping bags. It was another freezing cold night and the lack of rest days made us really want to stay inside the tent.

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At Lake Tekapo

At Lake Tekapo

Most photographed church at Lake Tekapo

Most photographed church in New Zealand at Lake Tekapo

We were now on our way north again, first heading to Christchurch and then back to Picton, where we would begin our journey homewards. This also meant busier and flatter roads and less dramatic scenery. It also meant that we more and more often started to discuss what we would do once back home. Amazing how on one hand time passes so quickly and on the other hand it feels so long with all our experiences and memories from our adventures.

But our main concern was still getting home in one piece instead of sharing the destiny of the many possums that end flat as pancakes on the roads. Traffic became ridiculously dangerous with reckless drivers, trucks and cars passing without giving us enough space. We jumped off the roads more than once. Each evening we were glad we made it to the next destination. Worst were the bridges: the roads get even narrower than they already are, a sometimes small shoulder disappears completely and cars are allowed to continue driving at a maximum speed of 100km/h. We were thinking of the wonderful one-lane-bridges at the west coast where all drivers waited patiently either on the other side of the bridge or drove carefully behind us, even though they could have easily passed us. On two-lane-bridges you really need to be lucky if a car or truck stays behind you. We usually only started crossing bridges, when there was no traffic behind us. We pedaled as if the devil was behind us, but often still were too slow to completely cross without passing traffic. At one point, Johan was cycling right in front of me, I checked my mirror and saw a huge truck approaching quickly at a for us horrendous speed. With opposite traffic our only chance to survive this was to jump off the bikes. I yelled at Johan to warn him that the truck was getting closer without braking and within seconds we both were off the bikes and hung against the railing to make ourselves as small as possible. The truck passed and left about 10cm between us, all opposite traffic came to a halt and we knew once more that someone is watching closely over us.

In Christchurch we relaxed a few days with our cycling friends Annika and Roberto, who just settled there to work for a year before they will continue their cycling adventure. We had a lot of fun and even experienced a magnitude 4.3 earthquake. Scary for us but nothing compared to the devastating earthquakes two years earlier. The city still looks like one big construction site with a lot of old building in scaffoldings. However, we very much liked the spirit and creativity at the container city with colourful containers functioning as shops and cafes.

Egg hunt at Christchurch

Egg hunt at Christchurch

At the container city

At the container city

'Green' cash

‘Green’ cash

With Roberto and Annika

With Roberto and Annika

The last days we continued along the beautiful eastern coastline, rested in a picturesque valley at the Pedaller’s rest, cycled in the worst weather ever over twelve super difficult hills, took the ferry from Picton to Wellington, where I got seasick, took the train back to Auckland and finally said our last goodbyes to a wonderful country and wonderful people.

Another nice campsite at the seaside

Another nice campsite at the seaside

On one of the last almost traffic free roads

On one of the last almost traffic free roads

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A glacial river turned into a creek at the beginning of fall

A glacial river turned into a creek

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Discovering Kaikoura

Discovering Kaikoura

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Even though not looking like cabbage it is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew used the leaves

Even though not looking like it this tree is called cabbage tree, as famous Mr. Cook and crew cooked the leaves and ate them

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Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap

Fur seals, hundreds and hundreds of them taking a nap or fighting for the best spot

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Lobster caravan, unfortunately too expensive for us

Beautiful little rest house

Beautiful little rest house between Kaikoura and Blenheim

And this is our small space

And this is our small space at the rest house

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

With Don who hosted us after cycling 8 hours in the pouring rain

Johan fixing the bikes on the ferry

Johan fixing the bikes on the ferry

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Enjoying the hospitality of the Mete family in Auckland, there are still two family members missing!

Last day riding in Auckland

Last day riding in Auckland

Packing the bikes for a loooong journey home

Packing the bikes for a loooong journey home

Distances cycled:

20 March, Lake Ohau Lodge – Twizel, 38km
21 March, Twizel – Braemar Station, 46km
22 March, Braemar Station – Lake Tekapo, 31km
23 March, Lake Tekapo – Fairlie, 47km
24 March, Fairlie – Timaru, 59km
25 March, rest day
26 March, Timaru – Ashburton, 98km
27 March, Ashburton – Christchurch, 107km
28 – 31 March, Christchurch, 35km
1 April, Christchurch – Amberly Beach, 67km
2 April, Amberly Beach – Waiau, 79km
3 April, Wairau – Kaikoura, 89km
4 April Kairkoura, rest day
5 April, Kairoura – Ward, 77km
6 April, Ward, rest day
7 April, Ward – Blenheim, 61km
8 April, Blenheim, rest day
9 April, Blenheim – Picton, 64km
10 April, Picton – Wellington, 37km
11 April, Wellington – Auckland by train
12 – 14 April, Auckland, 100km

Total distances cycled: 24,215km of which 4045km in New Zealand

 

 

 

Das tapfere Schneiderlein

8. – 19. März, 2014 – Nach Invercargill radelten wir endlich mit lang ersehntem Rückenwind. Den ganzen Tag flogen wir fast durch die hügelige Landschaft, deren Straßen von Berg zu Berg steiler wurden. Mittlerweile waren wir in den Catlins, einer rauhen, dünn besiedelten Gegend mit tollen Küsten und dichtem Regenwald. Hier gibt es viele seltene Vogelarten, unter anderem gelbäugige Pinguine.DSCF8196 DSCF8200   DSCF8313

Don't think the architect won a price for this church!

Für diese Kirche hat der Architekt sicher keinen Preis gewonnen!

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Our home for tonight is ready!

Unser heutiges Zuhause ist fertig aufgebaut!

Da ich noch nie wilde Pinguine gesehen habe, war das für mich eine besondere Attraktion. Wie der Zufall es will, war unser Campingplatz dicht an einem Küstenstrich, wo die Pinguine abends an Land kommen. Am Campingplatz riet man uns, so gegen 19.30 Uhr in Richtung Strand zu gehen. Erwartungsfroh liefen wir also entlang der Küste und sahen schon von weitem eine bunte Menschenmenge. Wir waren mal wieder nicht die einzigen. Als wir dann endlich ankamen, standen ungefähr 100 Schaulustige wartend, aufgeregt und mit gezückten Kameras herum. Und ach herrje, da war ein Pinguin. Ja, ganz richtig, genau ein Pinguin stand dicht bei der Menschenmenge. Erst dachte ich, es handele sich um ein ausgestopftes Exemplar, da sich das Ding auf dem Felsen nicht bewegte, aber als wir uns ein Guckloch durch die Menschenmenge erhaschten, sahen wir, dass dieses Exemplar tatsächlich lebte. Ich hatte eigentlich gehofft, eine ganze Kolonie von Pinguinen anzutreffen, nicht nur einen. Daher liefen wir ein bisschen weiter und tatsächlich, ganz weit weg hüpften noch zwei Exemplare aus dem Meer und wackelten gemütlich hintereinander her. Sie wirkten wie ein altes Ehepaar, der Mann vorneweg, sich ab und zu umdrehend und schimpfend und nach ein Paar Streitigkeiten ging es dann weiter. Nach ungefähr einer halben Stunde liefen wir ein bisschen enttäutscht wieder zum Zelt zurück. Drei Pinguine waren nicht gerade überwältigend, aber immerhin. Am nächsten Morgen sahen wir dann noch zwei Hector Delphine, die neugierig in der Bucht schwammen. Damit sind zwei weitere vom Aussterben bedrohte Tierarten gesichtet und abgehakt.

On the way to see the penguins

Auf dem Weg zu den Pinguinen

Who can spot the penguin?

Wer sieht den Pinguin?

Ha, there he is!

Ha, hier ist er!

Von hier ging es wieder langsam in Richtung Norden und Dunedin, auch bekannt als die Öko-Hauptstadt Neuseelands, da die Otago Halbinsel im Osten weitere Pinguinkolonien beherbergt und die einzige Festland-Brutstätte für den königlichen Albatross ist. Die Stadt selber hat mich sehr an Edinburgh erinnert, mit schöner viktorianischer Architektur, einzigartig in der südlichen Hemisphäre.
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Johan with too much energy

Heute mal wieder zu viel Energie

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Albert Hein is everywhere, even in New Zealand!

Albert Hein (Supermarktkette in den Niederlanden) ist überall, sogar in Neuseeland!

One of the many deer farms - most of the meat is being exported to Europe

Rehfarm, eine der vielen in Neuseeland. Das Fleisch wird hauptsächlich nach Europa exportiert.

Dunedin

Dunedin

Nach Dunedin machten wir uns wieder auf ins Innere der Insel, um einen Teil des Otago Eisenbahn-Radwegs abzuradeln. Doch erst mussten wir mehr als 20 oft lange und fast immer steile Berge bis nach Middlemarch überwinden. Ein harter Tag, an dem wir viel zu spät losgefahren sind und erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit ankamen. Dieser Tag war fast wie Radeln durch die Highlands von Schottland, kein Wunder dass sich die Schotten vor vielen Jahren Dunedin als ihre neue Heimat fern der Heimat ausgesucht haben.

Von Dunedin bis Middlemarch:

Leaving Dunedin

Abfahrt aus Dunedin

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The lion heads

Löwenköpfe

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Der Otago Eisenbahn-Radweg von Middlemarch nach Ranfurly:

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Ach ja, so allmählich lässt uns unsere Kleidung im Stich und das, wo wir doch bald wieder nach Hause fuhren. Begonnen hat es mit meinem Nachthemd. Noch vor ein Paar Tagen war ich stolz, dass es so lange gehalten hat, immerhin habe ich es vom ersten Tag an so gut wie jeden Tag getragen und innig geliebt. Und wie es dann so kam, wollte ich es eines Abends nach dem Duschen über den Kopf ziehen und Ratsch, habe ich einen 30cm langen Riss im Hemd. Natürlich vorne und natürlich hatte ich keine sauberen Kleider dabei. Zum Glück war es draußen schon dunkel und ich schlich mich unauffällig zurück zum Zelt. Da ich so kurz vor Ende unserer Reise nichts neues kaufen wollte und auch keine alten T-Shirts mehr hatte, hieß es nähen ab sofort. Und das sollte eine fast tägliche Beschäftigung werden, da die Baumwolle mittlerweile so dünn war, dass ich bei jeder noch so kleinen Bewegung nachts ein weiteres Loch ins Hemd riss. Man hätte fast meinen können, dass Johan mir wie wild geworden die Kleider vom Leibe riss…

In Ranfurly haben wir bei einer Warm Showers Familie im Garten gezeltet und einen typisch neuseeländischen Abend inklusive Abendessen verbracht. Da das Wetter am nächsten Tag so schlecht war, luden uns die Kirks ein, noch einen weiteren Tag zu bleiben und wir wurden in die Geheimnisse des schottischen Sports Curling eingeweiht. Hat super Spaß gemacht, vor allem das Eisfegen!

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With the Kirks

Mit den Kirks

Weiter ging es dann durch eine sehr abgelegene Gegend und über einen langen Pass. Den ganzen Tag über fuhren nur eine Handvoll Autos an uns vorbei und mit dem wieder mal super schönen Wetter hatten wie einen weiteren wunderschönen und außergewöhnlichen Tag in Neuseeland.

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Von Duntroon aus, wo wir wieder relativ spät ankamen, da wir den Schwierigkeitsgrad des Passes, der aus zwei Gipfeln bestand unterschätzt hatten, ging es dann am nächsten Tag auf dem ‘Alps to Ocean’-Radweg weiter in Richtung Südalpen. Der Radweg war ein Traum! Wieder mal. Wir dachten hier sogar einmal, dass wir uns jetzt wohl irgendwo im Nirgendwo nun doch verfahren hätten, da der Weg kaum noch einem Weg ähnelte, sondern aus einem Meter hohem Gras bestand. Erst als uns einige Mountainbiker entgegenkamen, waren wir erleichtert. Auch hier mussten wir über einen Berg, der in der Radwegbeschreibung als 9km lang beschrieben war. Nach besagten 9km waren wir irgendwo an einem Hang, aber ganz sicher nicht oben, ein Ende des Berges war nicht in Sicht. Mittlerweile wurde der Grasweg auch zu einem felsigen und schmalen Pfad: links der Berg und rechts ging es steil nach unten. Wir waren jetzt auf einem Mountainbike-Trail, der äußerst ungeeignet für Trekkingräder mit viel Gepäck ist. Irgendwann sind wir von den Rädern abgestiegen, nicht weil der Weg zu steil wurde, sondern eher, weil er so steinig war, dass uns das Gehubbel zu blöde wurde. Trotz unserer leicht säuerlichen Laune genossen wir die einmaligen Ausblicke ins Tal, auf den See und die schneebedeckten Berge. Gegen 18 Uhr erreichten wir dann endlich den Gipfel, von nun an ging es 16km nach unten, wofür wir auch eine Stunde brauchten, da der Weg auch nach unten nicht besser wurde. Unten angekommen stellten wir bei der Lodge unser Zelt auf und gönnten uns ein leckeres Drei-Gänge-Menü im Restaurant mit Blick auf See und Alpen. Ein weiterer unglaublicher Tag neigte sich einem wunderbaren Ende zu.

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Lunch break

Mittagspause

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Geradelte Kilometer:

8. März, Invercargill – Curio Bay, 76km
9. März,, Curio Bay – Owaka, 69km
10. März, Owaka – Balclutha, 48km
11. März, Balaclutha -Dunedin, 85km
12./13. März, Dunedin, 30km
14. März, Dunedin – Middlemarch, 85km
15. März, Middlemarch – Ranfurly, 62km
16. März, Ranfurly, rest day
17. März, Ranfurly – Duntroon, 80km
18. März, Duntroon – Otematata, 68km
19. März, Otematata – Lake Ohau Lodge, 67km

Gesamtdistanz: 23.182 km, davon 3.012km in Neuseeland