Wo sind all die Hobbits hin?

5. – 22. Februar 2014 – Wir haben die Morgenfähre um 8 Uhr genommen und kamen vor dem Mittagessen auf der Südinsel an. Die Überfahrt war wieder mal super schön durch die Marlborough Meerengen mit bewaldeten Hügeln zu beiden Seiten. Am übernächsten Tag fuhren wir weiter in Richtung Nelson, wieder entlang der Meerengen. Diese Gegend ist übrigens auch berühmt für ihren Wein. Nelson behauptet von sich selbst, die meisten Sonnentage der Südinsel im Jahr zu haben, wir kamen allerdings im strömenden Regen an, durchgenässt und kalt bis auf die Knochen. Da es nicht nach Wetterbesserung aussah, haben wir uns ein Motelzimmer genommen, was für ein Luxus, eigenes Bad und eigene Küche. Da der nächste Tag wieder schön war, fuhren wir weiter, allerdings nicht sehr weit, da wir doch noch sehr müde von der langen Strecke am Vortag waren.

Boarding time

Kurz vor Abfahrt

Aboard with a still stiff back

Auf dem Schiff mit schmerzendem Rücken wie man unschwer erkennen kann

The Marlborough sounds seen from the land

Die Malborough Meerengen vom Land aus gesehen

Logging harbor

Holzhafen

More Marlborough sounds

Nochmals Meerengen

Almost eaten by a mailbox shark

Haiattacke

Danach ging es dann weiter durch die Berge, einmal, um den starken Urlaubsverkehr zu vermeiden aber auch, weil diese Strecke einfach viel schöner war. Unterwegs haben wir Ruud getroffen, der mit seinem Rad und einem Riesenrucksack auf dem Rücken den Berg hochlief. Dick bekleidet mit langärmeligem Hemd und langer Hose, stark schwitzend sah er ziemlich erschöpft und ungesund aus. Johan, der wie immer voraus radelte, traf ihn zuerst und war ganz besorgt und fragte, ob alles in Ordnung sei. Aber Ruud antwortete nur, dass er lieber bergauf läuft als fährt, da er laufend schneller sei. Wir hoffen sehr, er hat es noch bis zur nächsten Stadt geschafft.
Übrigens sollten wir jetzt täglich mindestens zwei Tourenradler treffen. An einem Tag haben wir sage und schreibe neun getroffen!

DSCF6054

Nice discovery at a pee break in the forest

Entdeckung während einer Pinkelpause im Wald

Die Landschaften hier sind einzigartig, ich glaube, das habe ich bereits mehrfach erwähnt.  Je südlicher wir kamen, desto besser gefielen sie uns. Fast jeden Tag dachten wir, heute war der schönste Tag mit der faszinierendsten Landschaft und am nächsten Tag war es dann noch schöner, mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Eine davon ist Greymouth, nach dem Fluss Grey benannt. Und so ist die Stadt auch, grau und langweilig mit nur einem netten Cafe, dafür aber etwas seltsamen Einwohnern mit seltsamem Dialekt, der einige Kommunikationsprobleme verursachte.

Unsere erste off-road Erfahrung von Murchison nach Springs Junction:

Yes, we cycled through six streams, well, I actually walked through five, too wimpy!

Ja, wir sind wirklich durch 6 Flüsse gefahren, ich allerdings nur durch einen, die anderen 5 bin ich Angsthase gelaufen.Cycling with the cows, the farmer and busy working dogs to keep the cattle on track

Hier radeln wir mit Kühen, der Bäuerin und den Hunden, die die Kühe in Schach halten.
Uphill in the forest

Und mal wieder nach oben

Rain in the background

Regen im Hintergrund

DSCF6068

DSCF6152

Bull fight

Stierkampf

In jenem Cafe fragten wir nach den Portionen für die Salate und die Bedienung zeigte uns eine mini und eine sehr kleine Schale. Da wir immer hungrig sind, fragte ich:  “Are you serving the salads with bread?” Die Dame hinter der Theke verstand mich nicht und fragte: “What?” “Do the salads come with bread, as the bowls are so tiny?” “WHAT?” “BREAD???” Erst dachte ich sie sei schwerhörig, aber dann antwortete sie: “Ah, you mean breeeeed?” Ja, in der Tat fragte ich nach Brot, aber breeeeeed war auch OK. Natürlich war kein Brot dabei. Wir hoffen nur, dass wir uns diesen Akzent hier nicht angewöhnen.

Another beautiful mailbox

Noch so ein toller Briefkasten 

Von Greymouth aus fuhren wir auf Umwegen weiter entlang der Westküste, die auch Wetküste genannt wird, da es hier so viel regnet. Und es stimmte, ein Paar schönen Tagen folgten direkt ein Paar Tage Regen. Zum Glück war es aber noch recht warm mit Tages-Temperaturen um die 20 Grad. In einem kleinen Dorf konnten wir bei Dulkara übernachten und auf schönes Wetter warten. Hier macht es nämlich nicht viel Sinn, im Regen zu fahren, da man dann absolut nichts sieht. Das wäre doch zu schade, die schneebedeckten Berge und Gletscher zur Rechten und das Meer oder die Flusstäler zur Linken nicht bestaunen zu können.

So oft wie möglich versuchten wir auch, die Hauptstraßen zu vermeiden und radelten auf Nebenstraßen oder speziellen Fahrradwegen. Diese Strecken waren meist die schönsten: kein Verkehr, Radeln durch dicken Busch und fernab von jeglicher Zivilisation. Wir fühlten uns oft wie Teil eines Märchens und warteten jeden Moment darauf, dass ein Hobbit auf den Weg springt. Aber falsch, Cowboys sollten wir treffen. In einem Dorf, das sich Cowboy’s Paradise nennt und wie eine Wildwest-Stadt aussieht, trafen wir auf Cowboys und Cowgirls, die auf Gegenstände mit echten Gewehren und echter Munition auf Gegenstände schossen. Es gab auch einen Saloon, von wo aus wir das ganze Treiben schmunzelnd begutachteten.

Von Greymouth auf dem Westcoast Wilderness trail:

DSCF6222

DSCF6239

DSCF6249

DSCF6251

P1210374

DSCF6261

DSCF6269 DSCF6278 DSCF6282 P1210392 DSCF6304

'Real' cowboys in action

‘Echte’ Cowboys in Aktion

We're still working on Johan's helmet fittings ;-)

Am richtigen Sitz arbeiten wir noch!

DSCF6359 DSCF6125 DSCF6370 DSCF6376 DSCF6389

The end of the beautiful cycling trail

Das Ende des Radweges

Auf dem Weg nach Hari Hari:

DSCF6396

Gusty cross winds

Starker Seitenwind

DSCF6413

Look at the clouds!

Kuck mal, die Wolken…

With Dulkara

Mit Dulkara

Oft übernachteten wir auch auf staatlichen Campingplätzen, die billig sind und meist nur Toiletten und Trinkwasser bieten, wenn überhaupt. Eines Abends stellten wir unser Zelt im Regen auf einem der wunderschönen Campingplätze auf, um festzustellen, dass wir neben einer Million Sandfliegen von äußerst seltsamen Gestalten umgeben waren.  Zunächst hörten wir ein komisches Piepsen. Eine deutsche Frau lief mit ihrem Metalldetektor im Wald rum und dann auch noch um unser Zelt um Schätze zu finden. Grinsend beobachteten wir sie und ich glaube, Johan war ein bisschen neidisch. Nachdem wir uns mit feuchten Tüchern im Zelt gewaschen – im Freien waschen war aufgrund der Sandfliegen unmöglich – und unsere Nudeln gegessen hatten, ging ich zurück zum Zelt und Johan machte einen kleinen Spaziergang. Plötzlich sprang ein Mann aus einem 20-Meter langen Campingwagen, rannte hinter Johan her und blubberte ihn voll, wie toll er doch Fahrradfahren fände.  Mit blutenden Ohren und leicht genervt kam Johan kurze Zeit später zum Zelt zurück. In der Zwischenzeit kam ein anderer Mann zu mir, um mir zu erzählen, wie schrecklich doch die Südinsel sei, da so viele Sandfliegen und so schlechtes Wetter und überhaupt sei doch alles so schrecklich. Kopfschüttelnd lagen wir kurz darauf im Zelt und hofften, dass sich der Axtmörder für heute Nacht ein anderes Opfer suchen würde. 

At another scenic campsite

Auch ein Traum-Campingplatz

Multi-purpose bikes

Mehrzweckräder

The weirdo campsite

Psycho-Campingplatz

And our little home in the sandfly corner

Unser Zuhause in der Sandfliegen-Ecke

Kurz vor dem Franz Josef Gletscher trafen wir Manta, einen aufgeregten japanischen Fahrradfahrer. Er erzählte uns, dass vor uns eine junge Frau auf einem Sitzfahrrad radele. Wir wurden hellhörig, da wir auf der Nordinsel bereits zweimal die Französin Lena, 68, getroffen hatten. Auch auf Nachfrage bestätigte uns Manta, dass es sich um eine junge Frau handle. Ungefähr zehn Minuten später trafen wir sie dann, die junge Frau: Lena! Wir mussten alle sehr lachen, was für ein Kompliment und was für eine Leistung. Lena fährt jeden Tag ungefähr 70km, legt kaum Ruhetage ein. Sie war am gleichen Tag wie wir in Hari Hari, wir bei Dulkara und sie im Motel nebenan. In den nächsten Tagen sollten wir sie noch öfters treffen und wir fuhren sogar einen Tag gemeinsam, aber das ist eine andere Geschichte.

Great views ahead and great views behind, thanks to a huge mirror!

Dank eines Riesenspiegels super Aussichten nach vorne und nach hinten

DSCF6432 DSCF6441 DSCF6457

Beautiful blue rivers with water from the glaciers

Milchigblaue Flüsse in denen Gletscherwasser fließt

Johan crossing one of the may one-way bridges

Johan überquert eine der unzähligen einspurigen Brücken

DSCF6484

Happy Manta from Japan

Der fröhliche Manta aus Japan

DSCF6494 DSCF6499 DSCF6512

Melissa, the teacher

Morning mood at Franz Josef

Morgenstimmung am Franz Josef

DSCF6534

More Maori art

Maori Kunst

DSCF6574

Lena, still cycling at 68, chapeau, Madame!

Lena fährt mit 68 noch immer Fahrrad. Hut ab, Madame!

Melissa from Spain

Melissa aus Spanien

Wir haben uns den Fox Gletscher aus der Nähe angesehen. Ziemlich beeindruckend, obwohl er kleiner ist als Franz Josef. Um dorthin zu kommen radelten wir durch den Wald und mussten dann noch ca. 30 Minuten im Gletschertal wandern.

On the way to the glacier

Auf dem Weg zum Gletscher

DSCF6677 DSCF6644

On a section of about 300m there were huge signs telling us not to stop due to falling rocks. What is the first thing Johan does? STOP!

In einem Abschnitt von ca. 300m waren Warnschilder angebracht, hier nicht anzuhalten, da Felsen drohten, abzustürzen. Das erste was Johan nach so einem Schild macht: ANHALTEN!

DSCF6752

DSCF6677

Wow! Look what's behind...

Wow! Was ein Gletscher…

DSCF6688 DSCF6698 DSCF6723

Obwohl wir noch hätten weiterfahren können, haben wir uns ein kleines Zimmer genommen, da die Wettervorhersage für die Nacht und den kommenden Tag sehr schlecht war. Wir wollten einen weiteren Ruhetag einlegen und schliefen aus. Gegen 9.30 Uhr kamen plötzlich Sonnenstrahlen durch unser Fenster. Nach genauer Inspektion mussten wir feststellen, dass das Wetter schön war. Also nichts wie raus aus den Federn, packen und frühstücken und um 10.45 Uhr saßen wir auf den Rädern. Eigentlich viel zu spät, da diese Etappe deutlich über 100km lang war, aber wir wollten einen schönen Tag nicht verschwenden. Und wir haben es nicht bereut. Ab und zu kam ein kleiner Schauer runter, aber ansonsten war das Wetter gut. Abends angekommen haben wir uns ein Essen im Restaurant gegönnt und später unser Zelt gerade noch vor dem nächsten Regenguss aufgebaut. Lena wartete schon auf uns😉.

P1210309 DSCF6788 DSCF6816

Geradelte Distanzen:
5. Februar, Wellington – Picton, 16km
6. Februar – Ruhetag
7. Februar, Picton – Nelson, 117km
8. Februar, Nelson – Richmond, 16km
9. Februar, Richmond – St. Arnaud, 78km
10. Februar, St. Arnaud – Murchison, 65km
11. Februar, Ruhetag
12. Februar, Murchison – Springs Junction, 85km
13. Februar, Springs Junction – Reefton, 50km
14. Februar, Reefton – Greymouth, 85km
15. Februar, Ruhetag
16. Februar, Greymouth – Hans Bay, 73km
17. Februar, Hans Bay – Hari Hari, 94km
18./19. Februar, Regenpause
20. Februar, Hari Hari – Franz Josef, 66km
21. Februar, Franz Josef – Fox, 36km
22. Februar, Fox – Haast, 122km

Gesamtdistanz: 21.827km, davon 1,653 in Neuseeland

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s