Allgemeine Langeweile

7. – 25. Oktober, 2013 – Nach Singapur wurde alles nur noch schlimmer. Oder besser langweiliger, da es nicht mehr wirklich etwas zu besichtigen gab. Unsere einzige Beschäftigung war Fahrrad fahren. Keine besonderen oder aufregenden Landschaften mehr, noch nicht einmal nennenswerte Begegnungen mit Mensch oder Tier. Einfach nichts. Unsere Fahrräder wurden zum ersten Mal zu reinen Transportmitteln, da das Radeln aufgrund des starken Verkehrs auch keinen Spaß mehr machte. Zum Glück gab es vereinzelt doch noch ein Paar schöne alte Häuser am Straßenrand, das war’s dann aber auch.

Road works in the middle of nowhere

Baustelle im Nirgendwo

Nur einige der schönen Häuser:

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Wir sind an den südlichsten Punkt des asiatischen Festlands geradelt, nur 80 km vom Äquator entfernt, um ein Foto zu machen und haben in einem Chalet in einem benachbarten Dorf übernachtet. In einem Chalet? ’Na, denen scheint’s ja gut zu gehen!’, denkt ihr jetzt wahrscheinlich. Ja, als wir zum ersten Mal von diesen Chalets hörten, dachten wir auch in etwa so. Toll! Bis wir sie gesehen haben. Wenn ich an Chalets denke, dann kommt mir die Schweiz in den Sinn, Berge, eine Holzhütte mittendrin und viel Schnee. Ein offener Kamin mit einem Fell davor. Ich auf dem Sofa mit einer heißen Tasse Tee und einem guten Buch, im dicksten und gemütlichsten Pulli. Ein malaysisches Chalet ist da doch ein bisschen anders: da es hier nicht schneit, geschweige denn kalt wird, braucht man zunächst mal keinen offenen Kamin. Unser Chalet bestand aus einem fensterlosen Zimmer in einem Holzhaus über dem Meer. Bis auf fensterlos hört sich das gar nicht so schlecht an, oder? Die Besitzer wohnten im selben Haus und wir teilten uns das Badezimmer. Das Haus selber war ein einziger großer Schweinestall. Alles lag überall herum, schmutziges Geschirr, schmutzige Wäsche, kaputte Möbel, Abfall und noch mehr. Der Besitzer war den ganzen Tag betrunken, aber trotzdem versorgte er uns gut mit Trinkwasser und ab und zu etwas zu essen. Meistens sagte er jedoch nur “Komm, komm, OK, OK?!”. Jedesmal, wenn wir draußen saßen, kramte er einen Flachbildschirm aus einem Pappkarton, stellte uns den Sender BBC News bei voller Lautstärke ein und verschwand dann wieder. Das war so das Aufregendste, was uns hier an der Ostküste passiert ist und wir hatten noch mehr als drei Wochen vor uns.

Just cruising

Einfach nur radeln

A typical Malay town

Eine typische Stadtansicht in Malaysia, Laden an Laden

The southermost tip in Asia

Am südlichsten Zipfel Asiens

Our chalet is on the left hand side

Unser Chalet ist links

A shack belonging to our chalet

Ein Schuppen, der zu unserem Chalet gehört

Our view

Unsere Aussicht – hinten links sieht man Indonesien

Preparing breakfast with our host in the background

Frühstück machen mit unserem Vermieter im Hintergrund

Langsam zogen wir weiter in Richtung Norden und entlang der Küste, wir wollten ja nicht zu früh in Kuala Lumpur ankommen. In Melaka, einem UNESCO Weltkulturerbe, sind wir mehr als eine Woche geblieben. Erst in einer kleinen Pension und danach in einem Hostel. Dort machte ich dann Bekanntschaft mit Bettwanzen. Am schlimmsten Tag zählte ich 72 Bisse, da jedoch jede Nacht neue hinzukamen bin ich mir sicher, dass ich über 100 widerliche und juckende Bisse am ganzen Körper hatte. Läuse sind so ziemlich das einzige Übel, das uns noch nicht heimgesucht hat. Mal sehen, was die restlichen Wochen in Asien noch so bringen🙂.

Getting closer to Melaka

Wir nähern uns Melaka

Another typical town

Eine andere typische Stadt in Malaysia

An Indian temple

Ein indischer Tempel

Leaving Muar

Wir fahren aus Muar raus

Johan fixing another rusty spoke

Der kleine Johan muss schon wieder eine rostige Speiche reparieren

So, aber wie war denn nun Melaka? So lala, hat uns nicht wirklich beeindruckt. Die Stadt ist schön, zweifellos, aber außer den Bettwanzen wird uns nicht sehr viel in Erinnerung bleiben. Das niederländische Stadthuys war leider eingerüstet und das alte Zentrum verstopft mit Autos, ein Albtraum selbst auf dem Rad. Abends sind wir dann gemeinsam mit dem Hostelbesitzer und allen anderen Gästen radelnd zum Abendessen gefahren. Immer zu kleinen Lokalen, in denen wir die einzigen Touristen waren. Das war sehr schön, vor allem, weil Howard immer einen Umweg durch die kleinen Gässchen der Stadt machte und uns so gleich die Stadt gezeigt hat. Alles in allem hatten wir eine schöne Zeit in Melaka, mehr aber auch nicht.

So macht man Geschäfte in Melaka:

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Heavenly decorated trishaws - they are also equipped with a stereo and at night you see them as they have small and colourful lights all over

Herrlich dekorierte Trishaws – sie sehen nicht nur toll aus, sondern sind mit einer Stereoanlage und vielen blinkenden Lichtern ausgestattet, so dass man sie selbst im Dunkeln schon von weitem hört und sieht.

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Menschen in Melaka:

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Huge Kröten, soon to be eaten my Melaka people

Riesige Kröten, die darauf warten, von ‘Melakern (Melakanern?)’ aufgegessen zu werden

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Melaka Architektur:

At the Dutch square - the Stadthuys in scaffoldings

Am holländischen Platz, das Stadthuys ist leider eingerüstet

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Wir in Melaka:

Our first residence...

Unsere erste Residenz…

...and here our second.

…und hier unsere zweite.

Breakfast with Howard and Sam

Frühstück mit Howard und Sam

Some additional business ;-)

Noch ein bisschen Geld verdienen😉

Religiöse Gebäude:

The Chinese Temple...

Der chinesische Tempel…

...and almost next door the mosque.

…und gleich daneben die Moschee.

Auch weiter nördlich wurde die Landschaft nicht wirklich aufregender. Wir fuhren weiterhin auf leicht hügeligen Straßen, durch Dörfer oder Plantagen und an der Küste entlang. Wenig Schatten, weniger Verkehr als erwartet, mal Seitenstreifen und mal keiner. Nix Besonderes also, eher wie gehabt, langweilige Radeltage wechselten sich mit langweiligen Ruhetagen ab.

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Shocked about what kind of flags you can buy in a normal shopping center

Schockiert sind wir über die Auslagen in einem normalen Shoppingcenter einer Kleinstadt.

Aber da wir in unserem neuen Leben viele Dinge positiver sehen hatten wir dafür umso mehr Zeit uns auszuruhen, unsere noch ausstehenden Flüge zu buchen, unsere ’To-Do-Liste’ abzuarbeiten und ein bisschen Taschengeld durch den Verkauf unserer Bändchen zu verdienen. Und übrigens haben wir unsere erste Spende an das Elefantenprojekt in Surin, Thailand, überwiesen: 275$, von denen wir mehr als 200$ durch die Bändchen eingenommen haben. Hier nochmals herzlichen Dank an all unsere Kunden!

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Geradelte Kilometer:

7. Oktober, Singapur – Pekan Nanas: 79km
8. Oktober, Pekan Nanas: Kukup: 42km
9.Oktober, Kukup – Tg. Riai – Kukup: 26km
10. Oktober, Kukup – Pontian Kechil: 24km
11. Oktober, Pontian Kechil – Batu Pahat: 77km
12. Oktober, Batu Bahat – Muar: 53km
13. Oktober, Muar – Melaka: 50km
14. – 21. Oktober, Melaka: 21km
22. Oktober, Melaka – Port Dickson: 96km
23. Oktober, Ruhetag
24. Oktober, Port Dickson – Morib: 75km
25. Oktober, Ruhetag

Gesamtdistanz: 17,420km, davon 1,872km in Malaysia

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