Autos, Autos und noch mehr Autos

10. – 22. September  2013 – Am nächsten Morgen sind wir so früh wie möglich losgefahren, um unsere Horrorunterkunft so schnell wie möglich hinter uns zu lassen. Und dann gab’s erst mal unser derzeit Lieblings-Frühstück: Roti Canai, eine Art Pfannkuchen gefüllt mit einem Ei und gedippt mit einer scharfen Soße. Das schmeckt sehr lecker und ist vor allem auch sättigend, normalerweise können wir damit locker drei Stunden radeln, ohne Hunger zu bekommen. Und billig ist Roti auch noch: wir zahlen in der Regel 1,30 EUR für vier Roti und zwei großen Tassen Tee.

Weil ich mich so sehr über unsere Unterkunft aufgeregt hatte, habe ich ein Email an die lokale Touristeninformation geschickt. Und kaum zu glauben, am nächsten Tag bekam ich die Info, dass sich gekümmert wird.  Das nenne ich mal guten Kundenservice.

An diesem Tag haben wir nach ungefähr 10km vier Spanier getroffen, die ebenfalls mit den Rädern unterwegs waren, in Richtung Cameron Highlands. Wir haben uns eine Weile unterhalten und sind dann auf stets hügeligen Straßen weitergefahren. Dieses Mal haben wir sogar 50 Höhenmeter gewonnen obwohl uns die Radfahrer sagten, es würde nur bergab gehen. Und was ist die Moral von der Geschicht’? Noch nicht einmal Radfahrer kennen den Unterschied zwischen hoch und runter….

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Die folgenden zwei Tage waren landschaftlich wieder sehr schön. Wir fuhren entweder durch Dschungel oder Palmölplantagen, auf hügeligen und  kurvigen Straßen, die sogar langweilige Plantagen interessant machten. Am zweiten Tag haben wir ein Elefantentierheim besucht, das einzige, das es in Malaysia gibt. Zum Glück haben wir ca. 5km vor dem Tierheim eine Unterkunft gefunden, da die Berge plötzlich so steil wurden, dass wir sie mit Gepäck radelnd nicht hochgekommen wären. Ohne ging’s fast wie von selbst, aber nur fast. Vom Tierheim hatten wir ein bisschen mehr erwartet. Leider konnten wir nur ein Paar Babyelefanten mit selbst gekauften Bananen füttern. Alle anderen Elefanten waren im Wald, was an sich ja genau der Ort ist, wo sie immer sein sollten. In diesem Heim befinden sich kranke Elefanten und Waisen, die dort gepflegt und aufgezogen werden, bis sie wieder in die Wildnis entlassen werden können.

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Durian or the smelly fruit, our least favorite fruit

Durian oder auch die ‘stinkende Frucht’, mögen wir überhaupt nicht.

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Beautiful old timber houses along the way

Schöne alte Holzhäuser entlang des Weges

Another cycling weirdo, this time walking

Noch ein komischer Kauz auf dem Rad, laufenderweise

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Hungry baby elephants

Hungrige Babyelefanten

Our nice home stay

Unsere schöne Unterkunft

Am nächsten Tag mussten wir schon wieder eine schwere Entscheidung treffen. Der Verkehr auf der Bundesstraße war wie immer extrem, wie so oft gab es keinen Seitenstreifen und kleinere Nebenstraßen schien es auch nicht zu geben. Die einzige für uns sichere Straße war die Autobahn. Absolut undenkbar in westlichen Ländern, aber hier in Malaysia sind das die einzigen Straßen, die Seitenstreifen haben. Normalerweise sind auch hier Fahrradfahrer nicht erlaubt, aber wir sind an der Mautstelle einfach lächelnd und winkend durchgefahren und konnten so problemlos passieren.

Und wir waren zurück im Radlerhimmel. Kaum Verkehr, da Maut bezahlt werden musste, ein zwei Meter breiter Seitenstreifen und wir konnten uns zur Abwechslung die Landschaft auch während des Radelns anschauen, das gab’s schon länger nicht mehr. Leider war die Umgebung nicht berauschend, kilometerweise Palmölplantagen wechselten sich mit ein Paar Metern Dschungel ab.  An diesem Tag sind wir trotz kurzer Regenpause mit Regenschirm am Straßenrand super vorangekommen.

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Unser Ziel für den nächsten Tag war Pekan, eine ehemalige königliche Stadt. Morgens radelten wir 20km durch dichten Dschungel ohne Verkehr. Noch immer war die Landschaft sehr hügelig und so langsam waren wir wieder in Form, will heißen ‘Bergbeine’. Wir hörten allein den Dschungel und wir haben sogar ein Paar Affen auf der Straße und in den Bäumen gesehen. Nach ca. 30km kamen wir an eine Kreuzung und für den Rest des Tages sind wir an einem Fluss entlang gefahren, den wir kaum zu sehen bekamen, da er so zugewachsen war. Endlich waren wir auch wieder im flacheren Teil des Landes. Und endlich gab es wieder Obststände, wo wir unser Lieblingsobst Mangostein, Ananas und andere Leckereien kaufen konnten. Und endlich kamen wir mal wieder rechtzeitig an – dieses Mal in Pekan – da es heute mal ausnahmsweise nicht regnete. Leider konnten wir keine Unterkunft finden, alles war ausgebucht und die Hotels wollten uns auch nicht in ihren Gärten zelten lassen. So mussten wir mal wieder mit einem schrecklichen Hotel Vorlieb nehmen. Schrecklich deshalb, da völlig überteuert und dreckig. Der Hotelmanager, ein Inder, war super unfreundlich und nur interessiert, so schnell wie möglich sein Geld zu bekommen. Wir hatten ein Zimmer, das so klein war, dass nur eine Person darin stehen konnte, einer von uns musste immer auf dem Bett stehen oder sitzen. Und da wir mittlerweile 13 Taschen auf unserem Fahrrad verstauen, die auch noch neben dem Bett gestapelt werden mussten, blieb der auf dem Boden stehenden Person kaum Bewegungsfreiheit. Leider haben wir diese negativen Erfahrungen in Malaysia immer wieder mit Indern, was uns von mehreren Seiten mehrfach bestätigt wurde.

Leaving early in the morning

Früher Start

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Oil palm fruit

Palmölfrüchte

Still life at the river

Stillleben am Fluss

A nice fishing village

Fischerdorf am Fluss

Arriving in Pekan

Ankunft in Pekan

Eigentlich wollten wir einen Tag in Pekan bleiben, aber nicht in diesem Hotel. Daher sind wir am nächsten Tag früh losgefahren, um uns ein Strandhotel an der Ostküste zu suchen und ein Paar Tage auszuruhen.

Aber wie so oft sollte auch dieses Mal alles anders kommen. Wir radelten mal wieder auf einer sehr stark befahrenen Straße, wie immer ohne Seitenstreifen. Hatte ich schon erwähnt, dass sie hier wie die Idioten Auto fahren? Was ich noch nicht erwähnt habe ist, dass Johan wieder mit Helm fährt, zum ersten Mal seit wir im Februar Bangkok verlassen haben. Am Anfang hat er noch behauptet, das nur mir zuliebe zu tun, damit ich nicht die ganze Zeit rummeckere. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er den Helm mittlerweile freiwillig aufsetzt. Ab 11 Uhr wurde der Verkehr fast unerträglich und wir hatten so überhaupt keinen Spaß mehr. Ein Strandhotel konnten wir auch nicht finden, entweder waren die Hotels geschlossen oder sahen gespenstisch aus. Während einer kurzen Pause beschlossen wir dann, dass wir nicht mehr nach Indonesien fahren. Der Verkehr ist dort noch schlimmer, die Straßen schlechter und außerdem wären wir während der Regenzeit dort gewesen. Nach unseren Erfahrungen in Malaysia war uns das zu gefährlich. Aber was sollten wir jetzt mit all der Zeit machen? Für Indonesien hatten wir ursprünglich drei Wochen eingeplant und der Flug nach Australien war bereits für den 10. November gebucht, es blieb also mehr als ausreichend Zeit für Malaysia und Singapur. Ein Blick in unseren Reiseführer und bereits zehn Minuten später hatten wir einen neuen Plan, wir würden eine Woche auf der Insel Tioman verbringen, einer Insel, die in den 1970er Jahren zu den zehn schönsten Inseln der Welt auserkoren wurde.

Und so radelte es sich schon viel besser weiter. Etwas später trafen wir Benjamin wieder, einen Radfahrer aus Neuseeland, den wir vor einigen Monaten bereits in Laos getroffen haben und der bereits seit drei Jahren mit dem Rad unterwegs ist. Im Januar wird er wieder nach Hause zurückkehren, wo wir ihn dann hoffentlich treffen. Und noch etwas später trafen wir ein kanadisch/britisches Paar, das eben erst auf die Räder gestiegen ist und von Singapur nach England radelt. Und es war nicht zu übersehen, dass sie erst am Beginn ihrer Reise waren, die Taschen waren perfekt sauber und die Klamotten sahen noch nagelneu aus.

Benjamin from New Zealand

Benjamin aus Neuseeland

Schon am nächsten Tag waren wir auf der Insel (oder doch schon im Paradies?) und ließen es uns eine volle Woche in einer kleinen Hütte am Strand gut gehen. Wir haben uns ausgeruht, wir waren schnorcheln und im Meer schwimmen, wir haben gegessen, unter anderem auch kiloweise Schokolade, wir haben viel gelesen, ich wurde von Sandfliegen mit hunderten roten und juckenden Punkten an Beinen und Rücken verschönert, wir haben neue Freunde gefunden, wir haben noch mehr Armbänder geknüpft, die wir in Singapur verkaufen wollten und wir haben die Tage einfach nur genossen.

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Das Leben ist schön!

Geradelte Kilometer:

10. September, Kuala Medang – Raub: 70km
11. September, Raub – Kg. Sokmek: 71km
12. September, Kg. Sokmek – Sri Jaya: 111km
13. September, Sri Jaya – Pekan: 102km
14. September, Pekan – Kuala Rompis: 91km
15. September, Kuala Rompis – Pulau: 26km
16. – 21. September, Tioman: 15km

Gesamtdistanz: 16.410km, davon 1.168km in Malaysia

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