Mal wieder ein Rennen gegen die Zeit

20. – 25. Juli  2013 – In Phetchaburi haben wir nicht nur unsere Pension genossen, wir fanden die kleine Stadt selbst auch sehr schön und unser Reiseführer hat nicht zu viel versprochen: die Stadt hat Tempel und Paläste wie Ayatthuya, Dschungel und Höhlen wie Kanchanaburi und außerdem liegt die Stadt in der Nähe der Küste, was keine der oben genannten bieten kann.  Wir hätten es hier noch eine Weile aushalten können, aber da wir uns mit meiner Freundin Sonia auf Koh Samui treffen wollten, mussten wir wohl oder übel weiterziehen. Eine fast unmögliche Mission, aber das hat sich erst später herausgestellt. In Phetchaburi haben wir den Phra Nakhon Khiri Historical Park auf einem kleinen Berg inmitten der Stadt besichtigt. Der Palast und die ihn umgebenden Tempel wurden 1859 für den König zur Erholung vom Stadtleben in Bangkok gebaut. Er vereint europäische und chinesische Stilrichtungen. Beinahe hätten wir den Palast doch nicht besichtigt, da der kleine steile Fußweg von unberechenbaren Affen gesäumt war. Überall waren Warnschilder wie ‘Affen füttern verboten’, ‘Affen nicht provozieren!’, ‘Vorsicht, Affen!’.  Und diese Monster waren wirklich überall und haben mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt, indem sie mir andauernd gefolgt und ziemlich nah an mich rangekommen sind.  Ich bin mir sicher, sie haben meine Angst gerochen. Das ging so weit, dass wir auf halbem Weg beschlossen haben umzudrehen. Aber einer der sehr netten Parkbediensteten hat gesehen, was passiert ist und hat uns auf seinem Moped und mit einer Schleuder bewaffnet bis nach oben begleitet. Zum Glück, da es sehr schade gewesen wäre, wenn wir den Palast und seine Tempel verpasst hätten. Interessanterweise haben sich die Affen für die Thais nicht im geringsten interessiert und auf dem Rückweg haben wir uns unauffällig an eine Thai Familie gehängt und sind hinter ihr nach unten gelaufen. Hat prima funktioniert!

A monster waiting for Baerbel to pass

Ein Monster wartet darauf, dass Bärbel vorbeiläuft

On top of the mountain

Aussicht vom Palast

A small temple next to the palace

Ein kleiner Tempel neben dem Palast

Dinner at the night market

Abendessen auf dem Nachtmarkt

Am nächsten Tag sind wir dann wieder weitergefahren und haben uns von den zwei ‘Ns’ verabschiedet. Den ganzen Morgen sind wir auf dem wunderschönen und ruhigen Küstenweg mit Fahrradweg geradelt, der hier ausnahmsweise nicht als Parkplatz genutzt wird. Mittagessen gab’s im super touristischen Cha-Am , wo wir leider auch wieder viele alte Männer mit jungen hübschen Thaifrauen gesehen haben.  Brrrrrrr! Am Nachmittag war’s dann weniger schön, wir mussten die meiste Zeit auf der drei- bis vierspurigen Schnellstraße 4 radeln, wo wir dann zu allem Unglück auch noch an einem schrecklichen Motorradunfall vorbeigefahren sind, den wir beide eine Weile nicht mehr vergessen konnten. Wir mussten kurz darauf sogar anhalten, weil wir beide ganz zittrig vom Schreck waren. Später am Nachmittag reichte uns ein Motorradfahrer je eine Flasche Wasser rüber und gegen 16 Uhr konnten wir die Schnellstraße endlich verlassen. Da die Übernachtungsmöglichkeiten hier an der Küste unser Budget deutlich sprengen, haben wir in einem Tempel gezeltet, gemeinsam mit anderen Thais, die auf einem Markt ihre Waren verkauft haben.

Goodbye Nisa and Nit

Tschüss Nisa und Nit

'Our' road for the morning

‘Unsere’ Straße am Morgen

Fisherman's house

Ein Fischerhaus

My t-shirt matches perfectly with the color of the boats ;-0

Mein T-Shirt ist perfekt auf die Farbe der Boote abgestimmt :-0

Mirror rice paddy

Spiegel im Reisfeld

Market view in front of the temple

Our bivouac at the temple

Unser Nachtlager im Tempel

Cooking for the market people

Kochen für die Marktbeschicker

Am frühen nächsten Morgen sind wir zunächst durch einen weiteren Nationalpark am Meer entlang geradelt, bis die Straße plötzlich aufhörte und wir auf einem Campingplatz standen! Super, das hätte uns ja auch mal jemand sagen können. Wir konnten es fast nicht glauben, da sowohl auf unserer Karte als auch auf Google Maps eine Straße eingezeichnet war, aber hier war weit und breit nichts zu finden. Also hieß es wie so oft in diesen Tagen umdrehen und zurückfahren.  Heute wird übrigens der Tag der Millionen Pausen, da wir mehr angehalten haben als gefahren sind, zumindest kam uns das so vor. Die erste Kaffeepause war um 9.45 Uhr, Mittagessen gab’s um 11 Uhr. Kurz nach dem Mittagessen, wir sind übrigens noch immer auf der wunderschoönen Küstenstraße, haben wir ein französisches Ehepaar getroffen, das seit sieben Jahren auf dem Rad unterwegs ist. Nachdem wir unsere Kontaktdaten ausgetauscht haben radeln wir weiter, um fünf Minuten später wieder für einen Kaffee anzuhalten. Dieses Mal bekommen wir je eine Flasche Wasser geschenkt, ein besonderes Angebot des Resorts für Radfahrer. Außerdem haben wir einer netten Frau aus England, die jetzt in Bangkok lebt, ein Armband verkauft. Danach ging’s dann für ungefähr 30 Minuten weiter bis wir wieder Hunger bekommen haben. Also wieder anhalten, Obst essen, Obst geschenkt bekommen und immer noch hungrig weiterradeln.  Doch plötzlich sehen unsere müden Augen ein Pizzaschild: ‘Eine Pizza zahlen, zwei bestellen!’ Toll, da radelt’s sich doch gleich viel besser mit der Pizzakarotte vor der Nase. Nach ungefähr einer Stunde werden wir fündig und ein nobles Resort öffnet seine Pforten für uns. Wir parken unsere Räder, rennen quasi ins Restaurant und bestellen super leckere Pizza. Gegen 16.30 Uhr heißt es dann weiterradeln. Normalerweise suchen wir uns um diese Zeit immer eine Bleibe, aber heute müssen wir noch ein Paar Kilometer strampeln, wir sind hier ja nicht zum Vergnügen oder Pause machen! Ungefähr zwei Stunden später finden wir ein völlig herunter gekommenes Resort und werden erst einmal von mehreren Hunden zornig begrüßt. Von Hotelpersonal weit und breit keine Spur. Nachdem wir uns fast heiser gerufen haben, kommen endlich zwei Frauen an, die es wagen, für ein fürchterliches Zimmer 20EUR zu verlangen. Da das Hotel – oh Wunder – keine anderen Gäste hatte war es für uns ein leichtes, den Preis um die Hälfte herunterzuhandeln und wir sind leider geblieben. Denn am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass nur 15km weiter ein nettes kleines Städtchen mit noch netteren kleinen Hotels und Pensionen war. Aber leider können wir noch immer nichtt hellsehen und wir haben die Nacht ja auch so überlebt.

First break

Erste Pause

A beautiful coastal road just for us

Eine einsame Küstenstraße nur für uns

Against the wind - all four days!

Gegen den Wind, vier Tage lang (Johan steht verkehrt rum!)

Leaving the coastal road for infamous highway #4

Auf dem Weg zum berühmt berüchtigten Schnellweg Nr. 4

Highway #4

Da isser…

Meeting the French on a hill made by Johan (we've been cycling on flat roads!)

Die Franzosen auf einem von Johan erschaffenen Berg (wir sind tatsächlich auf flachen Straßen gefahren)

Our little horror setting by the beach

Unser Horrorzimmer am Strand

Beautiful morning at the same horrible place

Morgenstunde am selbigen Horrorstrand

Am dritten Tag unseres Rennes gegen die Zeit sind wir den ganzen Tag im Regen gefahren. Um den Schnellweg zu vermeiden, versuchten wir erneut, durch einen Nationalpark zu fahren. Am Parkeingang wurde uns schon mitgeteilt, dass wir den Park nicht durchqueren können obwohl ich auf Google Maps genau gesehen habe, dass es Straßen durch den Park gibt. Nach langem Hin und Her konnten wir den Parkwächter allerdings davon überzeugen, dass wir sehr wohl durch den Park fahren können, da es uns nichts ausmache, auch auf Schotterpisten zu fahren.  Er ließ uns dann in den Park und nach ca. 3,5 km haben wir dann die Parkinformation erreicht. Dort haben wir dann nochmals nachgefragt und dieselbe Antwort bekommen: Nein, ihr könnt nicht durch den Park fahren. Diese Mal, weil es zu gefährlich sei, wegen der vielen Skorpione, Spinnen, Königskobras und anderer Schlangen. Wir haben dann noch ein Paar andere Menschen gefragt und uns letztendlich dafür entschieden, wieder in Richtung Schnellweg 4 umzudrehen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Mittlerweile goss es in Strömen, so stark, dass sich die Regentropfen wie Nadeln in unsere Gesichter bohrten. Regenkleidung ziehen wir übrigens kaum noch an, da wir innen normalerweise mindestens genauso nass werden wie außen, da ist das Umziehen vergebene Liebesmüh. Beim Mittagessen war ich dann total durchgefroren, obwohl sich die Temperaturen noch immer über 20 Grad bewegten. Zwei Stunden später regnete es immer noch so stark, dass wir beschlossen, nun nicht länger zu warten, sondern wohl oder übel weiterzufahren. Spaß machte das keinen mehr, auch wenn die Landschaft nebenbei bombastisch ist, aber wer braucht den schon?!? Wir haben uns allerdings schnell entschlossen, heute nicht lange weiterzufahren. An einem Markstand wollten wir Bananen kaufen, hatten aber das Geld nicht passend und so haben wir die Bananen einfach geschenkt bekommen. So einfach geht das in Thailand! Und kurze Zeit später haben wir auch noch eine kleine bezahlbare Pension gefunden, zwar nur mit kalter Dusche, aber immerhin und konnten im Restaurant nebenan lecker essen. Was braucht man mehr nach einem langen regnerischen Tag! Der nächste Tag sollte einer unserer anstrengendsten in Thailand werden. Das schlechte Wetter und die Schmerzen von gestern saßen uns noch in den Knochen und es lief vom ersten Moment an nicht. Dazu kam, dass es noch immer regnete und wir auf hügeligen Straßen gegen den Wind radelten. Und außer einem leckeren Bananenfrühstück haben wir zu allem Unglück den ganzen Tag auch nichts Gescheites zu essen bekommen: nur Chips, gesalzene Nüsse, Eis und Süßigkeiten. Nicht so wirklich das Richtige für einen langen und anstrengenden Tag. Die Landschaft war wir immer phantastisch, wir sind nach wie vor an der Küste entlang geradelt, an einsamen Stränden vorbei, durch Dschungel und Wälder und fernab von jeglicher Zivilisation.  Nach 18 Uhr kamen wir endlich völlig geschafft in einer Pension an und die Besitzerin empfahl uns doch tatsächlich, mit der Fähre noch am selben Abend weiterzufahren. Zunächst begeisterte uns die Idee nicht wirklich, da wir so müde waren, aber nach einer Weile hörte sich das doch ganz vernünftig an, wir konnten uns eine Ûbernachtung sparen und waren eine Insel näher an Sonia. Gut, dass wir nicht wussten, was noch alles kommen sollte!

Beautiful beaches,...

Herrliche Strände,…

...lush green jungle next to quiet roads,...

…saftig-grüner Dschungel und ruhige Straßen,…

...a power nap....

…Mittagschlaf….

...and never ending roads.

…und unendliche Straßen.

Auf der Fähre gab es sogar Betten, leider konnten wir erst gegen 22.30 Uhr an Bord, da wir noch auf unsere Fahrräder aufpassen mussten und Johan wollte dem Schiffspersonal auch beim Laden helfen. Um 4 Uhr am nächsten Morgen sind wir dann auf der ersten Insel Ko Tao angekommen. Um diese Zeit war natürlich noch nichts los, geschweige denn offen und wir haben einsam am Hafen rumgelungert. Gegen 5 Uhr kamen die ersten Rucksacktouristen, zu unserer großen Überraschung, da uns gesagt wurde, das erste Boot würde erst um 9.30 Uhr losfahren. Johan hat sich dann mit den anderen Touristen an einem Schalter angestellt während ich auf unsere Räder aufgepasst habe. Nach gefühlten Stunden kam Johan mit der schlechten Nachricht zurück, dass heute alle Boot nach Koh Samui ausgebucht seien. Wir haben dann entschieden, Karten für den nächsten Tag um 16.30 Uhr zu kaufen. Ich war ein bisschen enttäuscht, da Sonia ja am übernächsten Tag abreisen würde und wir dann nicht mehr wirklich viel Zeit hatten. In der Zwischenzeit wachte Ko Tao auf und ein Paar Restaurants und Bars öffneten. Wir gingen dann erst mal frühstücken. Danach versuchte Johan nochmals sein Glück und fragte in einem Reisebüro nach Boottickets. 20 Minuten später kam er mit strahlendem Gesicht an, es gab noch Karten für ein Boot um 9.30 Uhr, wir würden allerdings nur eine Karte, die wir schon gekauft hatten, ersetzt bekommen. Das konnten wir verkraften und als wir dann die Karten kaufen wollten hieß es plötzlich, dass unsere Räder separat reisen müssten. Daran war natürlich nicht zu denken, wie konnten sie es wagen, Eltern von ihren Kindern zu trennen? Rudi und Smokey alleine auf einem Boot? Nicht mit uns. Wir haben uns dann für Karten auf die Nachbarinsel Ko Pha-Ngan entschieden, um uns dort dann wieder auf die Suche nach einem Boot nach Ko Samui zu machen. Gegen 9.30 Uhr befanden wir uns dann auf der zweiten Fähre innerhalb eines Tages, eingequetscht zwischen hunderter anderer schwitzender Menschen in gleißender Hitze und kamen um die Mittagszeit auf Ko Pah-Ngan an. Was uns hier erwartete, lag jenseits unserer Vorstellungskraft. Hunderte junger Menschen, groß, klein, dünn, dick, fett, rund, hübsch und weniger hübsch anzusehen, langweilig, lustig, verrückt, gekleidet in den knappsten Bikinis und Badehosen, die unsere Augen jemals erblickt haben, von Kopf bis Fuß mit bunten Farben bemalt, Tätowierungen an allen möglichen und unmöglichen Stellen, unter Drogen und betrunken warteten am Steg auf eine Fähre… ins Glück? Na ja, später wurde uns erzählt, dass auf Ko Tao gerade Vollmondparty war, was natürlich so einiges erklärte. Während wir uns unseren Weg durch die Massen bahnten dachte ich nur bei mir, lass’ mich hier bloß schnell durchkommen, bevor ich wie eine Bekloppte anfange zu schreien. In Null-Komma-Nichts hat Johan dann weitere vier Fährtickets nach Ko Samui besorgt, zwei für uns und zwei für die Räder und wir haben uns dann für den Rest des Nachmittags in einem Cafe niedergelassen. Die letzte Bootsfahrt war mit 30 Minuten die kürzeste und auf Ko Samui angekommen haben wir uns ein kleines Hotel gesucht, da es mittlerweile zu spät war, um auf die andere Seite der Insel zu fahren. Nach einem leckeren Abendessen beim Thai sind wir wie immer früh ins Bett gegangen.

Our night ferry

Nachtfähre

Can you spot our bikes between all the other cargo?

Wer findet unsere Fahrräder zwischen all der anderen Fracht?

P1080839

"Can you please get up, you are sitting on my diving equipment?!" Oooops!

“Bitte aufstehen, du sitzt auf meiner Tauchausrüstung!” Ups!

DSCF5131 DSCF5163 ENDLICH FERIEN! Geradelte Kilometer: 20. Juli, Phetchaburi, 10km 21. Juli, Phetchaburi – Kao Tao, 103km 22. Juli, Kao Tao – Noi Bay, 107km 23. Juli, Noi Bay – Ban Krut, 86km 24. Juli, Ban Krut – Chumphon, 133km 25. Juli, Ko Tao – Ko Samui, 4km Gesamtdistanz: 14,696km, davon 2,110km in Thailand

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